Vorlesetipps

Vorlesen will gelernt sein!

Um deine kleinen Zuhörer:innen mit einer Geschichte zu fesseln, musst du deine Vorleseaktionen sowohl gut vor- und nachbereiten als auch organisieren. Dabei sollen dich unsere Vorlesetipps sowie das von uns erstellte Vorlesetagebuch unterstützen!

Herbstfest der Bunten Gärten 2020

Entdecke unsere Vereinsbibliothek!

Wir haben unsere Bibliothek in den letzten Jahren Stück für Stück digitalisiert. Wenn du in unserem Bestand nach speziellen Buchtiteln suchen möchtest, dann kannst du dies unter folgendem Link tun. Hier findest du unsere aktuelle OPAC-Datenbank.

Ausschnitt_Vorlesetagebuch

Mit dem Vorlesetagebuch kannst du nicht nur Ideen für die Umsetzung der Vorlesestunde erarbeiten und dokumentieren, sondern auch Lösungsvorschläge für die Verbesserung der Lesestunde entwickeln.

Bald kannst du hier eine Vorlage des Vorlesetagebuchs herunterladen!

Trage deine Dokumentationsblätter in einer Sammelmappe zusammen und ergänze diese mit zusätzlichen Materialien wie Rezensionen oder Vorlesetipps. Auch eigens von dir erstellte Bücherlisten, Fotos von deinen Vorleseaktionen oder Feedback-Gespräche, zum Beispiel mit der Kindergartenleitung oder den Erzieher:innen deiner Einrichtung, tragen zur stetigen Verbesserung deiner Lesungen bei.

Das Tagebuch kann außerdem als Grundlage für den Austausch mit anderen Vorlesepat:innen dienen, beispielsweise im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Stammtische, die vom Vorlesepatenteam organisiert werden.

Übrigens: Auf die Dokumentation mit dem Vorlesetagebuch wirst du in unserem Grundlagen-Workshop vorbereitet.

LLiA 2015_Vorlesepatin Katja Wiesner am Zaubertag_IMG_2478Vorentlastung: Mache die Kinder neugierig und siehe Verständnisschwierigkeiten voraus!

  • Stelle vor dem Vorlesen Vermutungen zum Buch an und ermutige die Kinder, dies auch zu tun. So stimmst du dich und die Kinder auf das Buch ein, erregst Aufmerksamkeit und kannst so in Erfahrung bringen, was die Kinder bereits zu dem Thema wissen.
  • Versuche Verständnissschwierigkeiten bei deinen Zuhörer:innen. vorherzusehen. Du kannst den Kindern beim Verstehen helfen, indem du ungewöhnliche und schwierige Wörter oder Sachverhalte zuvor erklärst.

 

Vortrag: Spreche deutlich und langsam! Setze bewusst Pausen. Das erhöht die Spannung und die Aufmerksamkeit der Zuhörer:innen.

  • Du kannst durch deine Fragen und Kommentare die Kinder auf etwas aufmerksam machen.
  • Nutze die Gelegenheit schwierige Wörter oder Abschnitte zu erklären oder zu umschreiben und auf Zwischenfragen der Kinder einzugehen. Innere Bilder können durch Pausen besser entstehen.

 

Baue Wiederholungen ein!

  • Wiederhole wichtige „Schlüsselwörter“ und „Schlüsselsätze“ und lasse sie ein wenig nachwirken.

 

Variiere deine Stimme! Erwecke die Sprache zum Leben!

  • Drücke die Stimmungen der Figuren in der Geschichte aus (Markiere deren Charaktere, ihre Rolle, ihre augenblickliche Situation).
  • Variiere deine Tonhöhe (von Flüstern bis Rufen) und dein Tempo (von ganz schnell bis sehr langsam).
  • Achte auf eine gut artikulierte Aussprache, um Dramatisches, Spannendes, Geheimnisvolles, Freudiges etc. genauer zu kennzeichnen.
  • Markiere die Figuren stimmlich (Akzent, Dialekt, tiefe und hohe Stimmen etc.), um die Charaktere voneinander zu unterscheiden.

 

Lasse Emotionen zu!

  • Körpersprache, Mimik und Gestik gehören zum Vorlesen dazu.
  • Visualisiere das Gehörte, wie Angst, Ärger, Hinterlist und Freude. Aber geh sparsam damit um.

 

Nimm so oft wie möglich Blickkontakt mit den Kindern auf!

  • Es lohnt sich, gelegentlich das Buch zu schließen und in die Gesichter der Zuhörer:innen zu schauen – Vorlesen ist auch immer Kommunikation.
  • Achte auch auf die „Signale“ und „Zeichen“ der Zuhörer:innen. Wie reagieren sie? Wie aufmerksam sind sie? Haben sie Schwierigkeiten?

 

Beziehe die Kinder in die Geschichte ein!

  • Spreche über die Figuren, deren Verhalten, die Orte …
  • Gehen auch auf die Motive und Hintergründe ein.

 

Erweitere die Aussagen der Kinder oder stelle Nachfragen!

zum Beispiel so:

Kind: „Schau da, der kleine Bär!“

Vorleser:in: „Schau Dir mal seine traurigen Knopfaugen an und sein zerzaustes Fell!“

oder bezogen auf den Text selbst:

Kind: „Ich glaube die Hexe ist böse.“

Vorleser:in: „Warum ist die Hexe böse?“

 

Wechsel zwischen Vorlesen und Erzählen!

 

Wenn du merkst, dass die Kinder ungeduldig sind:

  • Binde die Kinder aktiv in das Vorlesen ein: Stelle Fragen zu Bildern und Text, lasse die Kinder die Geschichte zu Ende erzählen, motiviere zum Mitmachen (Klatschen, Tiergeräusche).
  • Kinder brauchen Bewegung! Beginne mit einem kleinen Bewegungselement, danach können die Kinder wieder besser zuhören.

 

Nach dem Lesen: Der letzte Satz der Geschichte ist nicht der letzte Satz der Vorleseaktion!

  • Spreche anschließend mit den Kindern über das Vorgelesene. Stelle einen Bezug zum Alltag der Kinder her.

 

Länger als ca. 10 Minuten reine Vorlesezeit solltest du nicht einplanen, damit noch Zeit und Konzentration für Gespräche über die Geschichte bleibt.

 

Beende die Vorlesestunde mit Gesang, Bastelei, Gymnastik, Verkleiden etc.

Hast du Freude am Vorlesen, dann haben auch die Kinder ihren Spaß! Bereite dich daher gut darauf vor!

  • Übe deine Geschichte ein: Lese dir den Text selbst laut vor und mache dir kleine Markierungen mit Bleistift oder Klebezetteln.
  • Muss der Text gekürzt oder vereinfacht werden?
  • Suche nach einer sinnvollen Einleitung.
  • Wie soll das Ganze inszeniert werden? Passe die Atmosphäre und Beleuchtung des Raums der Stimmung der Geschichte an. Bringe Utensilien aus der Geschichte mit. Singe und bastle, passend zur Geschichte.

Merke bzw. notiere dir deine Variationen für das nächste Mal.

  • Es kann gut sein, dass du die Geschichte wieder in dieser Variation vorlesen wirst.

 

Reflektiere die Vorlesestunde:

  • Was war gut? Was kann ich besser machen? Wo liegen meine Stärken und Schwächen?