Zum Buch:
Eines Tages liegt vor einer kleinen Stadt ein riesiges Tier und versperrt den Weg. Keiner kommt mehr in die Stadt hinein oder hinaus. Die Stadtbewohner unter der Regie von Timpe-Pa versuchen das Problem zu lösen. Das Tier wird abgedeckt und versucht zu ignorieren, dann wird eine Brücke über das Tier gebaut und vieles mehr, aber keine der Hauruck-Aktionen ist wirklich durchdacht und packt das Problem bei der Wurzel an. Zudem findet fast keine gemeinschaftliche Diskussion über Lösungswege statt, andere Ideen und Blickwinkel – vor allem von Mienchen als Kleinste – werden nicht gehört. Schließlich fasst sich das Mienchen ein Herz und stellt sich dem Unbekannten. Mit Empathie und Einfühlungsvermögen findet sie eine Lösung für das Problem – ohne großen Aktionismus.
Eine zeitlose Geschichte über das miteinander Reden, aufeinander Zugehen und voneinander Lernen.
Die reduzierten Illustrationen von Stella Dreis sind in wenigen Farbtönen gehalten und ermöglichen Projektionen. Die Kinder können sich mit den Protagonisten identifizieren. Mit Liebe zum Detail komponiert die Illustratorin jede einzelne Seite, auf denen man viele putzige Wesen und Details entdecken kann.
Zum Vorlesen:
Das Buch „Obacht!“ zeigt Kindern Wege, wie man sich mit Problemen und unbekannten Situationen auseinandersetzen kann. Das es manchmal eine gute Idee sein kann, sich in Ruhe mit einem unbekannten Problem auseinander zu setzen, als einfach etwas zu machen. Es zeigt neue Blickwinkel auf und lädt mit Hilfe der verschiedenen Protagonisten zum Perspektivwechsel ein. Erst als das Mienchen auf das Tier zugeht und es anspricht, wird eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung gefunden. Dem Tier war gar nicht bewusst, dass es den Weg zur Stadt blockiert. Und den anderen Stadtbewohnern wird klar, dass sie auch vom kleinen und eher unscheinbarem Mienchen viel lernen können.
Das Buch kann Anlass sein, mit Kindern über Strategien zum Umgang mit Unbekanntem zu sprechen. Haben sie schon mal in unbekannten Situationen die Erfahrung gemacht, dass man spannende neue Dinge entdecken und kennenlernen kann, wenn man sich darauf einlässt? Dass man vielleicht neue Freunde gewonnen hat, als man auf jemanden zugegangen ist, den man noch nicht kannte? Zum Beispiel der erste Tag in der Kita?
Am Beispiel vom Mienchen kann man thematisieren, wie es sich anfühlt, wenn man nicht beachtet und gehört wird. Fragen Sie die Kinder, ob sie sich auch schon mal nicht ernst genommen gefühlt haben. Und wie sie sich da gefühlt haben. Haben sie sich auch nicht entmutigen lassen, so wie das Mienchen?
Als kreatives Element können Sie sich mit den Kindern Namen für die vielen verschiedenen unbenannten Figuren in dem Buch ausdenken.
Begleitmaterial zum Buch:
Der Verlag stellt pädagogisches Begleitmaterial für die Grundschule, ein Bilderbuchkino sowie Hördateien zum Download bereit:
https://nord-sued.com/programm/obacht/
Weiterer Buchtipp zum Thema: „Was macht man mit einem Problem?“ von Kobi Yamada und Mae Besom, ISBN 978-3-947188-12-3
Bibliografische Angaben:
Zielgruppe: ab 4 Jahren
Genre: Bilderbuch
Text: Kerstin Hau
Illustrationen: Stella Dreis
Umfang: 40 Seiten
Verlag: NordSüd Verlag
Themen: Miteinander, Umgang mit Unbekanntem, Problemlösung
Jahr: 2026
Redaktion: Annika Beckmann