Kristin Schulz: Ruckediguh – von Kopf bis Schuh

Zum Buch:

Es klingelt an der Tür. Vielleicht ist es Martin, Mamas Freund. Aber nein, Martin kommt nicht mehr, denn sie haben sich getrennt. Mama erklärt ihrer Tochter Klara, es hat nicht mehr gepasst zwischen Martin und ihr, so wie Schuhe irgendwann nicht mehr passen. Manchmal entscheiden sich Menschen, unterschiedliche Wege einzuschlagen. Was passiert da, wenn Füße plötzlich in verschiedene Richtungen laufen? Und was kann man tun – neue Schuhe kaufen? Kinder und Erwachsene haben in solchen Situationen unterschiedliche Ideen. Wenn man gestritten hat, muss man sich wieder vertragen, sagt Klara. Aber Vertragen und Verstehen sind zwei verschiedene Dinge, erklärt Mama. Klara macht sich Sorgen, dass sie Schuld an der Trennung trägt, weil sie ab und zu „blöder Martin“ gesagt hat. Aber Mama beruhigt sie, dass sie sich keine Sorgen machen soll. Denn nur die Mutter und ihr Freund konnten die passenden Schuhe für sich finden. Sie haben es probiert, aber sie haben sie nicht gefunden. Und Mama und auch Klara werden irgendwann neue Schuhe finden, die zu ihnen passen.

Ein ungewöhnliches und einfühlsames Kinder- und Erwachsenenbuch – über die großen und kleinen schmerzlichen Erfahrungen des Lebens und die Zuversicht, ihnen gewachsen zu sein.

Die Illustrationen von Dayeon Auh sind sehr farbenkräftig und kraftvoll und aufgrund ihrer Verspieltheit und gleichzeitig Einfachheit sehr kindgerecht und einfühlsam.

Zum Vorlesen:

Das Buch „Ruckediguh – von Kopf bis Schuh“ eignet sich gut zum Vorlesen für Kinder, die mit der Trennung der Eltern oder Partnern der Eltern konfrontiert sind. Aber auch wenn Freundschaften der Kinder zerbrechen, hilft das Buch diese schmerzhaften und schwierigen Erfahrungen zu verarbeiten. Über die Metapher der Schuhe, die sich wie ein roter Faden vom Titel bis zum Nachsatz durch das gesamte Bilderbuch zieht und immer wieder in den Illustrationen eingebunden ist, bietet das Buch einen kindgerechten Einstieg in das Thema Beziehungen und Trennungen.

Die Geschichte regt zum Nachdenken über Beziehungen und Freundschaften an. Man kann mit den Kindern darüber sprechen, ob sie schon einmal traurig waren, weil es in ihrer Umgebung Streit gab, oder sie sich schuldig gefühlt haben, wenn Eltern sich getrennt haben. Und wie man mit seinen Gefühlen wie Traurigkeit oder Angst umgehen kann. Vielleicht hat es ihnen geholfen, mit jemandem über ihre Fragen und Sorgen zu sprechen, so wie Klara mit ihrer Mutter.

Als kreatives Element können Sie mit den Kindern das Thema Schuhe aufgreifen und passende Schuhe für sich und ihre Eltern oder Freunde malen. Oder man tauscht mit den Kindern die Schuhe und schaut, ob man in den anderen Schuhen laufen kann. Durch diesen Perspektivwechsel können die Kinder spielerisch erfahren, dass etwas, was für den einen passend ist, sich für einen anderen nicht richtig anfühlt.

Weiterer Buchtipp zum Thema Trennungen (auch für größere Kinder): „Vorsicht, frisch geschieden! Ein Survival-Buch für Trennungskinder.“ von Frauke Angel und Meike Töpperwien, ISBN 978-3-95470-278-7

 

Bibliografische Angaben:

Zielgruppe: ab 5 Jahren
Genre: Bilderbuch
Text: Kristin Schulz
Illustrationen: Dayeon Auh
Umfang: 46 Seiten
Verlag: Carl Auer Kids
Themen: Trennung, Beziehungen, Miteinander
Jahr: 2024

Redaktion: Annika Beckmann