2010
Vom kleinen Drachen Kokosnuss - Verein vereint in der Villa angehende Vorlesepaten für Kinder
Jede Menge Leselust hatten die Teilnehmer eines Workshops in der Villa in der Lessingstraße 7 mitgebracht. Eingeladen hatte der gleichnamige Verein und seine Vorstandsvorsitzende Caterina Mempel, deren Türen allen offenstehen, die bei Kindern die Freude an Büchern wecken möchten. Dabei erfuhren die künftigen Vorlesepaten viel Organisatorisches, wurden aber bei Atem- und Stimmübungen auch in die Geheimnisse einer spannenden oder anrührenden Buchpräsentation eingeweiht. Was Max und Monika im Zoo erleben, erzählt Micha am zweiten Tag des Workshops. Alle Seminarteilnehmer im Alter von 22 bis 72 Jahren nennen sich beim Vornamen, kommen sich auf diesem Wege schnell näher. Das Buch, aus dem Micha vorliest, hat er wie alle anderen selbst ausgewählt. Und der Lesepate-Anwärter gewinnt im Nu die Sympathie der Zuhörer, als er sie zunächst einmal ganz nahe an sich heranrutschen lässt. Und er lässt die "Kinder" berichten, was sie auf dem Titel des Buches sehen. Einige erkennen Pumperl, das Flußpferd mit dem dicken Fell, das vom Wärter gefütter wird. "Ich würde zur Lesung dann auch einen Korb mit Gemüse nehmen", so Micha. Er erntet Komplimente von Seminarleiterin Caterina Mempel, die ihm eine gute Mischung aus Erzählen und Vorlesen bescheinigt. "Wunderschön erzählt", sagt auch Ursula. Stefanie hat sich den kleinen Drachen Kokosnuss für ihre Präsentation ausgewählt - er hat Ferien und ist ständig auf der Suche nach Abenteuer. Ursula lobt ihre Mimik, empfiehlt aber, etwas langsamer zu lesen. Gundel stellt das Buch von Schnurr mit den blauen Augen vor. "Ich lebe bei Zweibeiner, der nur auf den Hinterpfoten läuft", zitiert sie den Kater und erntet damit viel Heiterkeit.
Bevor sich die Workshop-Teilnehmer bei diesen eigenen Vorlese-Versuchen beweisen konnten, hatten sie erfahren, wie und wo man geeignete Bücher findet und diesen am besten präsentiert. Auch wurde über mögliche Probleme beim Vorlesen und der Umgang mit ihnen diskutiert. Mit nach Hause nehmen konnten die angehenden Vorlesepaten Tipps für die Vorbereitung und den Vortrag selbst. Sie erhielten Empfehlungen, die Stimme zu variieren, eigene Emotionen zuzulassen und so oft wie möglich den Blickkontakt mit den Kindern aufzunehmen. Auch sollten die Mädchen und Jungen unbedingt in die Geschichten einbezogen werden.
"Die Teilnahme ist für alle neuen Vorlesepaten Pflicht", so Caterina Mempel. Der Verein Leselust engagiert sich seit 2006 für die Leseförderung von Kindern. Seine Mitglieder sowie mehr als 50 ehrenamtliche Vorlesepaten sind regelmäßig in Kindergärten und Schulen zu Gast. "Sie alle wollen durch Vorlesen bei Kindern die Lust zum Selberlesen wecken", sagt die Vorstandsvorsitzende, die sich nach wie vor über neue Interessenten freut.
(Andrea Richter, LVZ, 10.12.2010)
Vorlesepaten werden geschult
Der Verein Leselust lädt zu zwei Grundlagenseminaren in das soziokulturelle Zentrum "Die Villa", Lessingstraße 7, ein. Am 4. Dezember werden allgemeine Fragen der zukünftigen Vorlesepaten beantwortet. So zum Beispiel, wo man geeignete Bücher findet oder wie ein Buch präsentiert werden kann. Außerdem werden die Teilnehmer für die Dokumentation ihrer Vorlesestunden sensibilisiert. Der nächste Schritt ist dann das eigentliche Vorlesen.
Im zweiten Seminartag, am 5. Dezember, werden Atem- und Stimmübungen sowie auch die ersten Versuche im Vorlesen durchgeführt. "Dafür sind die eigenen Lieblingsbücher am besten geeignet" erläutert die Referentin Caterina Mempel. "Die Teilnahme an den Workshops ist für alle neuen Vorlesepaten und Vorlesepatinnen Pflicht", so die Projektorganisatorin des Vereins Leselust Leipzig. Natürlich sind diese Workshops auch für alte Hasen gedacht, die ihre Kenntnisse auffrischen und sich neue Anregungen holen möchten.
Als Vorlesepate liest man regelmäßig Kindern in Kindergärten oder Horten vor, und dies ehrenamtlich. Ein Höhepunkt ist das jährliche Vorlesefest "Leselust im August". Hier können die Paten fünf Tage lang zeigen, was sie im Workshop gelernt haben.
Jeder einzelne Termin kostet für Nicht-Mitglieder 15 Euro, Vereinsmitglieder und Vorlesepaten zahlen fünf Euro für Material. Beide Workshops zusammen kosten 25 beziehungsweise sieben Euro. Die Anmeldung erfolgt über die Internetseite www.leselustleipzig.de und muss eine Woche vor dem Workshop erfolgen. Alternativ auch per Telefon 0341-9603252
(LVZ, 15.11.2010)
Lesespaß für Leipziger Kinder im Grünen
Am Mittwoch startet im Clara-Zetkin-Park Leipzig das Vorlesefestival „LeseLust im August“. Fünf Tage lang erwarten die kleinen und großen Besucher auf der Wiese hinter dem Glashaus Geschichten und Aktionen rund um das Thema Buch. Als Vorleser konnte der Verein prominente Leipziger wie Oberbürgermeister Burkhard Jung und Tierpfleger Michael Ernst gewinnen. Der Eintritt für das Vorlesefestival ist frei.
Interview: Caterina Mempel – LeseLust Leipzig e.V.
(Leipzig Fernsehen, 02.08.2010, zum Video)
Lesefestival beginnt
Summende, brummende Krabbelgeschichten im Clara-Zetkin-Park
Geschichten über allerlei Krabbelgetier, aber auch Detektive und eine gelesene Weltreise können Kinder derzeit im Clara-Zetkin-Park erleben. Dort erwartet die Kleinen nämlich ein Vorlesefestival mit einem Kreativangebot passend zu dem täglich anderen Thema. Bei den Hauptlesungen sind stadtbekannte Persönlichkeiten wie der OB Burkhard Jung zu hören.
Bis zum Ende der Woche findet das Vorlesefestival "Leselust" des gleichnamigen Vereins statt. Die Vorstandvorsitzende Caterina Mempel fasst dessen Anliegen so zusammen: "Kinder und Eltern zu zeigen, was es für tolle Bilderbücher und Kinderbücher auf dem Markt gibt und sie am Lesen zu begeistern." Davon kann man sich auf der Wiese hinter dem Glashaus im Clara-Zetkin-Park überzeugen. Fast alle Kinder haben ein Buch in der Hand oder lauschen im Zelt der Vorlesepatin.
Das Motto der Veranstaltung heißt: "Überall ist Platz für eine Geschichte". Diese Idee soll auch Kindern eine Chance geben, sich mit Büchern zu beschäftigen, die sonst nicht damit in Kontakt kommen. So hoffen die Veranstalter auch darauf, dass Leute kommen, die eigentlich nur zufällig im Park sind. Das Vorlesefestival ist offen für alle und lockt auch dadurch, dass es keinen Eintritt kostet.
(Anne Ploetz, mephisto 97.6, 04.08.2010, zum Beitrag)
LeseLust mit Oberbürgermeister Burkhard Jung
Am Dritten Tag des Leselust Festivals für Kinder im Clara-Zetkin-Park hat Oberbürgermeister Burkhard Jung eine Detektivgeschichte vorgelesen. »Ich lese »Das Rote U«, eine ganz klassische Detektivgeschichte von Matthißen« sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung. »Ein vergessenes Buch eigentlich. Es war mal so bedeutsam wie Kästners »Emil und die Detektive«. Es ist nämlich etwa so 60 Jahre alt. «Wie die Geschichte um die geheimnisvollen Botschaften des »Roten U« ausgeht, müssen die Kinder allerdings selbst lesen oder sich vorlesen lassen. Interessierte kleine Detektive konnten Pappkästen zum um die Ecke schauen basteln und der Spurensicherung beim Fingerabdrücke sichern über die Schulter schauen.
(info tv leipzig, 06.08.2010., zum Video)
Verbrecherjagd in Clara-Park
Mala, Döll, Knörres, Boddas und Silli haben schon so einiges auf dem Kerbholz, Streiche und Schandtaten gehören zu dem Alltag der Kinder. Doch eines Tages entdeckt Mala in seinem Lesebuch einen geheimnisvollen Brief vom roten U, und damit beginnt eine der in Deutschland am meisten gelesenen Detektivgeschichten. Heute haben Kinder die Möglichkeit, sich das Buch vorlesen zu lassen - und zwar von Oberbürgermeister Burkhard Jung.
Der Verein Leselust Leipzig entführt Kinder und Familien in diesen Tagen in die Welt der Bücher, und das ausgerechnet an einem Ort, wo Bücher eher selten zu finden sind: im Clara-Zetkin-Park. "Überall ist Platz für eine Geschichte, deshalb haben wir das auch zu unserem Motto gemacht", sagt Beatrice Müller vom Verein. Und die Mitglieder haben sich einiges einfallen lassen, um bei Kindern den Spaß an Büchern zu wecken: Prominente lesen Geschichten, immer passend zu den Thementagen, "dazwischen machen es sich Lesepaten zusammen mit den Kindern in kleinen Zelten gemütlich, um für die richtige Stimmung zu sorgen", ergänzt Müller. Am Mittwoch beispielsweise drehte sich alles um Insekten. Passende Geschichten dazu hatte Zootierpfleger Michael Ernst parat.
Heute dreht sich alles um literarische Detektive und Spürnasen, die sich auf Verbrecherjagd begeben. Nicht nur Jung sorgt um 15 Uhr mit "Das rote U" von Wilhelm Matthießen für Krimi-Spannung, auch Oliver Zille, Leiter der Leipziger Buchmesse, liest Krimi-Geschichten, allerdings schon um 10 Uhr auf der Wiese hinter dem Glashaus. Wer zu der Fiktion noch die Realität erleben will, kann der Polizei von 10 bis 14 Uhr über die Schulter gucken und ab 14 Uhr beim Stand des Vereins "erleb-bar" geheime Botschaften und Schatzkarten gestalten. Knifflige Rätsel sind natürlich auch zu lösen.
Am Sonnabend reisen die kleinen Zuhörer bei drei Hauptlesungen um die Welt. Deshalb werden alle drei zweisprachig gelesen, die erste um 15 Uhr deutsch-englisch, um 17 Uhr deutsch-persisch und um 19 Uhr kommt portugiesisch dazu. Zusätzlich zeigt das Zentrum für Europäische und Orientalische Kultur Kalligrafie. Wer lieber am Sonntag zum Vorlesen kommt, sollte seinen Picknickkorb nicht vergessen, den bei den Geschichten ist es nicht ausgeschlossen, dass einem das Wassser im Mund zusammenläuft. Als Leser konnten um 15 Uhr Manuel Harder, Schauspieler am Centraltheater, und um 17 Uhr die Autorin Julia Dathe gewonnen werden.
An der Lese-Bar gibt es zu allen Tagesthemen immer ausgewählte Kinder- und Jugendbücher zum Kennenlernen. "Und wir haben einen Bücher-Tausch-Flohmarkt, sagt Müller. Das Lesefest, zu dem auch Kindergartengruppen und Schulklassen eingeladen sind, ist heute und Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr im Clara-Zetkin-Park zu finden, am Sonnabend von 10 bis 20 Uhr. Neben den Hauptlesungen gibt es zwischendurch immer wieder Lesungen im kleineren Rahmen.
(Julia Tonne, LVZ, 06.08.2010)