2007
Geschichten erzählen...
"Leselust Leipzig e. V." - Vorlesepaten sind stets willkommen
Greifen Kinder heute eigentlich noch gern zum Buch? Schalten sie nicht lieber den Fernseher oder Computer ein?
Damit Geschichten, Märchen und Erzählungen nicht verloren gehen, gründete sich im Juli 2006 der 'Leselust Leipzig e. V.'. Vorstandsmitglied Anne-Christin Tannhäuser ist sich sicher, dass das Lesen viele wichtige Eigenschaften, wie die Sprachkompetenz und den selbstständigen Wissenserwerb fördert.
Gelesen wird unter anderem im Wildpark, in Buchhandlungen oder überall dort, wo Kinder anzutreffen sind. [...] Dazu gehört auch, dass die Geschichten nicht einfach vorgelesen werden, sondern, dass versucht wird, die Kidner aktiv in die Geschichten und Märchen einzubeziehen. Gleichzeitig schult der Verein auch so genannte Vorlesepaten, die dann in Kindereinrichtungen die Lust aufs Lesen wecken wollen. Darüber hinaus bietet der Verein Freizeitangebote 'rund ums Buch', darunter Hörspiele-Selbermachen oder Gruselnächte. [...]
(Traffix, 03/2007)
'LeseLust' am UNESCO-Welttag des Buches
Stadtbibliothek zeigt Minibücher, empfängt Schenkung und führt Vorlese-Wettberwerb fort
"SEIT 1996 wird am 23. April der Welttag des Buches begangen - übrigens von der UNESCO auf einen Antrag Spaniens hin ausgerufen: Hier, in Katalanien, ist es uralte Tradition, sich am Namenstag des Volksheiligen Sant Jordi (23. April) Rosen zu schenken. Initiert von der Büchergilde von Barcelona, kamen in den 20er-Jahren Buchgeschenke hinzu. [...] Der LeseLust Leipzig e.V. wählte dieses Datum bewusst, um eine Lesung für Kidner auszurichten. 'Ritter und Drachen. Das wird was entfachen' ist deren Titel, es werden spannende Geschichten von stolzen Rittern, schönen Prinzessinen und gefährlichen Drachen erzählt."
(Leipziger Amtsblatt, 14. April 2007)
Vorleser wollen Kinder für Bücher begeistern
"In magische Welten eintauchen, lernen, was Piraten auf hoher See treiben und erfahren, was das Lagerfeuer mit Indianern zu tun hat: Kinder sollen vom 1. bis 5. August das Buch für sich entdecken. Für dieses Projekt wurden jüngst vom Verein Leselust Leipzig Vorleser gesucht. Auf liebevoll gestaltetenPlakaten lud der Verein zu Workshops ein, die Freiwillige für die Leselust-Tage wappnen sollten. 15 junge Erwachsene folgten dem Aufruf und trudelten nach und nach im Zentrum für Medien und Kommunikation ein. Nach der Vorleserunde bereit man sich in kleinen Gruppen über geeignete Geschichten und zum jeweiligen Tagesmotto passende Spiele und Basteleien. [...]
Elmar Schenkel, Professor für Anglistik an der Universität, unterstützt das Projekt, indem er zum Thementag am 3. August unter dem Motto 'Geschichten aus aller Welt' ein russisches Märchen vorlesen wird: 'Bücher sind wichtig in der Kindheit, weil sie die Phantasie anregen und nicht mit vorgefertigtem Material wie das Fernsehen arbeiten.' Er hofft, dass Kinder im Anschluss an die Leselust-Tage ihre Eltern zum Vorlesen animieren werden und so ein Stück Familienleben wiederhergestellt werden wird."
(Franziska Panitz, Leipziger Volkszeitung, 19. Juli 2007)
Lustig und Lustvoll. eine Woche Vorlesen - draußen und ganz in Familie
"Als Kind hätte ich auch gern kommen wollen zu den Vorlesetagen in Leipzig. Da warten zig Bücher auf mich, fünf Tage lang. Ich muss nicht selbst schmökern und blättern. Ich brauch nur ein Büchlein an der Büchertheke aussuchen und schon steht ein Erwachsener bereit, nimmt mich an die Hand und führt mich auf eine Leseinsel. Dort liest er mir aus den Büchern vor. Ich höre zu, staune, zittere und lache, und hinterher bekomme ich einen Stempel in meinen 'Lesepass'. Für eine bestimmte Anzahl an Stempeln kriege ich dann ein paar Tage später noch einen Preis zugeschickt ... [...]
Ein besonderes Schemckerchen waren die zwei Hauptlesungen pro Tag, wenn Prominente aus der Leipziger Literaturszene im Ohrensessel Platz nahmen und ihre Lieblingskindergeschichten vortrugen. Doch sie waren eben nur ein Teil eines wunderbaren, liebevoll organisierten Lesefestes. Da wurde das Thema des jeweiligen Tages so bunt und illuster wie möglich umrahmt, wollten Vorlesende nicht beim Vorlesen bleiben. Sie setzten neben der Stimme einfallsreich Gestik, Mimik und allerlei Requisiten ein. Und auch die Zuhörenden gaben sich mit dem Zuhören nicht zufrieden. Ein Zug ratterte im Takt der Kinderstimmen über die Gleise, seine Waggons hatten 'echte' Bananen und Wurst geladen. Andere Kinder zogen als Tierpolonaise über den Rasen, Masken wurden aufgesetzt und Geräusche imitiert. Da knisterte es mitunter ganz klar - die Lust am Lesen auf beiden Seiten, die Lust macht auf einen neuen Versuch!"
(Schlawiner, September 2007)