Buchtipps

 

Bitte bedenken Sie, dass diese Rezensionen Einzelmeinungen der Autoren wiedergeben und es sich hierbei nicht um eine offizielle Stellungnahme des Vereins zur Qualität der rezensierten Werke handelt!

 

Lieve Beaten: Kleiner, schrecklicher Drache

Zielgruppe: Kinder im Kindergarten

erschienen: 2000, Oetinger

Umfang: 32 Seiten

Genre: Bilderbuch

Themen: Drachen, Freundschaft, Erschrecken, Furcht und Furchtlosigkeit

geeignet für eine Vorleserunde. 

Befindet sich im Bestand der Leselustbibliothek!


Rezension


Zum Buch
Der kleine Drache ist sehr begabt, er kann Feuer spucken und fliegen. Um auch im Erschrecken richtig gut zu werden, entführt seine Mutter für ihn das perfekte Erschreckübungsopfer: Ein Kind. Doch dieses Kind ist anders als andere Kinder: Es lässt sich nicht ängstigen. So beginnt die Freundschaft zwischen Drachen und Kind, die es gemeinsam schaffen, die großen Drachen in Angst und Schrecken zu versetzen. Der Drache bringt seinen neuen Freund, Beppo, zurück nach Hause. Im vorletzten Bild wird das Rätsel, warum der kleine Junge keine Angst vor Drachen hat gelüftet: Er ist Drachenfan. Sein Zimmer ist voll von Drachenbildern, Plüschdrachen, selbst das Bett sieht aus wie ein Drachen.

Lieve Beaten erzählt mit altmodischen Zeichnungen in gedeckten Farben, die Geschichte einer Freundschaft zwischen einem kleinen Drachen und einem Jungen. Besonders schön anzusehen sind die vielen abenteuerlichen Drachen, die selbst wenn sie Feuer spucken und grimmig gucken auch immer etwas niedlich wirken. Geradeso niedlich, dass man sich nicht fürchten muss, aber doch versteht, dass man Angst vor Ihnen haben kann. Die Bilder genau unter die Lupe zu nehmen, lohnt sich auch, weil in jedem Bild lustige Details versteckt sind. Besonders wichtig ist dies aber, da der Text viel weniger von der Geschichte erzählt, als die Bilder selbst. Gerade die Annäherung zwischen Drache und Kind oder des Rätsels Lösung, warum sich der Junge nicht fürchtet, wird nur in Zeichnungen dargestellt und findet im Text keine Erwähnung.

Wermutstropfen dieses schönen Bilderbuchs ist, dass die Annäherung zwischen Drache und Junge, gerade gegenüber der Einleitung, sehr kurz kommt. Weniger die Geschichte selbst als die Fabulierlust der Bilder durch die vielen versteckten Details machen den Reiz  des „Kleinen, schrecklichen Drachens“ aus.

Zielgruppe
Die Geschichte richtet sich vor allem an Kindergartenkinder. Da bei diesem Buch, die Bilder mehr von der Geschichte erzählen, als der Text, sollte die Vorleserunde nicht mehr als 4 Zuhörer umfassen, damit alle die Bilder gut betrachten können.

Gestaltungshinweise
Da, wie bereits beschrieben, der Text des Buches eher zweitrangig ist, eignet es sich gut dazu, die Kinder anhand der Bilder, die Geschichte selber nacherzählen zu lassen.
Bevor man sich gemeinsam mit den Kindern die Bilder ansieht, bietet es sich an die Geschichte kurz zusammen zu fassen, damit man sich nicht in den Bildern verliert und die Entwicklung der Geschichte im Auge behalten kann. Gut lässt sich die Geschichte auch mit den Kindern zusammen entstehen lassen. Was müssen Drachen vor allem können? Wer eignet sich als Übungsobjekt für den Drachen? Was kann man als Drache mit einem Kind anfangen, das sich nicht erschreckt? Und wie endet die Geschichte? Mit diesen Fragen lassen sich die Kinder in die Nacherzählung der Geschichte einbinden. Nach dieser Einführung sind die Kinder gut gewappnet sich auf Entdeckungsreise ins Drachenland zu machen.

Gerade das Thema Drachen regt die Phantasie an und lädt zum Malen und Basteln ein. Wer also nach einem Buch sucht, das Ausgangspunkt für eine Bastelaktion sein soll, trifft mit „Kleiner, schrecklicher Drachen“ eine gute Wahl.

Themenvorschläge zur Diskussion
Wer die Geschichte vor allem durch die Kinder erzählen lässt, braucht sich um Gesprächsstoff nicht zu sorgen. Wer die Geschichte „nur“ vorliest auch nicht, da der Text viele Lücken enthält. So lässt sich die Kinder fragen, wie die Freundschaft der beiden Figuren beginnt, oder warum der Junge keine Angst hat. Auch allgemeine Fragen zu Drachen bieten sich an. Wo wohnen sie? Was können sie? Sind sie furchteinflössend?
Neben der Freundschaft steht in diesem Buch das Thema Angst und (Er)Schrecken im Mittelpunkt. Wovor haben die Kinder Angst? Wann erschrecken sie und haben Sie bereits andere erschreckt, und wenn ja, wie? Drachen, Freundschaft, Angst: das Buch bietet nach einer spannenden Vorleserunde viel Gesprächsstoff.
©Anke Laufer

 

David Bedford/ Caroline Pedler: Schlaf gut, kleiner Ole!!

Zielgruppe: Kinder ab 3 Jahren, geht auch eher

Umfang: 12 Seiten

erschienen: BRUNNEN Verlag, Gießen 2007.

Genre: Bilderbuch

Themen: "Ich bin noch nicht müde!", - Wie gehen andere (Tier-)Kinder zu Bett?, Gutenachtgeschichten, - (Wie leben Tiere am Polar?)

Dieses Buch befindet sich im Bestand der Leselustbibliothek!

 

Rezension

Zum Buch 

Der kleine Eisbär Ole mag abends noch nicht nach Hause und schlafen gehen, da er überhaupt noch nicht müde ist. Mama Eisbär beschließt Ole auf einer kleinen Exkursion durch die Polarnacht zu zeigen, was die anderen Tierkinder tun. So beobachten sie auf ihrem Nachhauseweg die Schneeeule, den Schneehasen, den Polarfuchs und die Wale beim Zu-Bett-Gehen. Schließlich lässt sich Ole von Mama nach hause tragen und geht gern zu Bett.

 

Gestaltungshinweise
Das Buch ist sehr ansprechend und kindgerecht illustriert und hat auf den Doppelseiten nur jeweils einige Zeilen Text. Deshalb ist das Buch meiner Ansicht nach auch für Jüngere (ab 2,5 Jahren) geeignet: man schaut sich die Bilder zusammen an und erzählt kurz in eigenen Worten, was passiert.
Für die Einführung kann man einen kleinen Eisbären oder ein „abgeliebtes“ Lieblingskuscheltier mitbringen. Man kann die Kinder erzählen lassen, wie ihr Einschlafritual aussieht, was sie gern mögen oder vielleicht nicht so gern am „zu Bett gehen“.

Themenvorschlag zur Diskussion
Man könnte die Kinder fragen, ob sie abends auch manchmal nicht zu Bett gehen wollen, obwohl sie müde sind und was sie dann tun. Ob sie schon mal ganz spät noch auf waren und bei einem Spaziergang im Dunkeln nach Hause beobachten konnten, was in den hell erleuchteten Fenstern stattfand, oder ob sie ein Kuscheltier zum Einschlafen haben. Das Buch eignet sich, um ganz allgemein Abend- und Zu-Bett-Geh-Rituale zu besprechen.
©Yvonne Naumann-Sparschuh

 

 

Kathryn Cave, Chris Riddell:
Irgendwie Anders


Deutsch von Salah Naoura
Zielgruppe   :     Kinder ab ca. 4
Umfang       :    26 Seiten
erschienen  :    Verlag Friedrich Oetinger GmbH, Hamburg 1994.
Genre          :    Bilderbuch
Themen       :    Anderssein, Freundschaft, Gefühle, Toleranz, Individualität

geeignet für Vorleseveranstaltungen für Kindergarten- und Grundschulkinder.

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Rezension

Zum Buch
„Irgendwie Anders“, ein kleines, blaues Fabelwesen, lebt ganz allein auf einem hohen Berg und hat keine Freunde. Die anderen Tiere schließen es aus ihrer Gemeinschaft aus, da es anders aussieht als sie und sich anders verhält. Deswegen ist „Irgendwie Anders“ traurig und einsam.
Eines Tages kommt ein „Etwas“ in das Heim von „Irgendwie Anders“. Auch das „Etwas“ sieht mit seiner orangefarbenen Gestalt und seinem Rüssel anders aus als die Tiere, die „Irgendwie Anders“ kennt, aber erst recht ist dieses „Etwas“ nicht vergleichbar mit ihm – mit „Irgendwie Anders“.
Nachdem „Irgendwie Anders“ das „Etwas“ aus seinem Haus verwiesen hat, wird ihm bewusst, dass ein anderes Aussehen nichts mit einer Freundschaft, die sich entwickeln könnte, zu tun hat, und so lädt er das „Etwas“ ein, bei ihm zu bleiben. Sie essen, spielen und malen zusammen und erfahren das Gefühl, sich in einer kleinen Gemeinschaft geborgen zu fühlen.

„Und wenn einmal jemand an die Tür klopfte, der wirklich sehr merkwürdig aussah, dann sagten sie nicht »Du bist nicht wie wir« oder »Du gehörst nicht dazu«. Sie rückten einfach ein bisschen zusammen.“

Das Bilderbuch ist mit dem UNESCO-Preis für Kinder- und Jugendliteratur im Dienst der Toleranz ausgezeichnet worden.

Zielgruppe

„Irgendwie Anders“ ist sowohl für Kindergartenkinder, als auch für Schüler und Schülerinnen der Grundschule geeignet. So wurde bspw. von Birgit Giessen ein Literaturprojekt für 2. und 3. Klassen ins Leben gerufen. In der entstandenen Broschüre finden sich Arbeitsvorschläge zu den Themen „Freundschaft“, „Gefühle“ und „Anderssein“, die sich jeweils mit den Interessen einer Lerngruppe abstimmen lassen.
Bemerkenswert sind außerdem die zahlreichen und liebevollen Illustrationen von Chris Riddel, die auf detaillierte Art und Weise das Erzählte großflächig veranschaulichen. Sie werden bei Jung und Alt besonderen Anklang finden.

Gestaltungshinweise
Da „Irgendwie Anders“ das Empathievermögen der Kinder schulen und zu einer Form höherer Toleranz animieren könnte, bietet es sich an zu Beginn einer Veranstaltung, Methoden wie die „Traumreise“ zu wählen. Die Kinder schließen die Augen und versetzen sich auf Anleitung in das Fabelwesen „Irgendwie Anders“ Sie stellen sich vor, wie es wäre, ganz allein auf einem Berg zu leben und niemanden ihre Erlebnisse, Sorgen und Ängste mitteilen zu können. Aufgrund der entstandenen Gefühle werden die Zuhörenden umso gespannter sein, wie die Geschichte von „Irgendwie Anders“ weitergeht und ob am Ende alles „gut“ wird.
Eine andere Möglichkeit die Fantasie der Kinder anzuregen, wäre es, wenn man sie Freunde von „Irgendwie anders“ und dem „Etwas“ malen lässt, denen sie selbst gewählte Namen geben dürfen. So wird eine zahlreiche Vielfalt an Fabelwesen entstehen, die auf ihre Art „anders“, aber gerade dadurch besonders sind.

Themenvorschlag zur Diskussion
Die Thematik des „Anderssein“ lädt zur Diskussion ein: Haben die Kinder selbst schon einmal Situationen erlebt, in denen sie sich anders gefühlt haben als der Rest einer Gruppe? Welche Situationen waren das? Wie sind sie mit ihrem „Anderssein“ umgegangen und wie verhalten sie sich, wenn sie der Meinung sind, dass ein Gegenüber anders sei als sie selbst? Es wäre schön, wenn die Kinder selbst zu dem Entschluss kommen, dass es nicht gerechtfertigt ist, jemanden aufgrund eines anderen Aussehens oder Verhaltens von Vornherein auszuschließen ohne ihm und sich selbst die Chance zu geben, mögliche Gemeinsamkeiten oder Bereicherungen zu entdecken.
Im Anschluss könnte man sich fragen, wie „Irgendwie Anders“ und „Etwas“ wohl in Zukunft mit den anderen Tieren umgehen, von denen sie zuvor ausgeschlossen worden sind. Ist es sinnvoll eine Art „Aufklärungsarbeit“ zu leisten, durch die den anderen Tieren „falsche“ Verhaltensmuster vor Augen geführt werden?
© Dorothee Schlordt

 

Alan Durant: Für immer und ewig

Zielgruppe: Kinder ab 3 Jahren

Umfang: 13 Doppelseiten

erschienen: Friedrich Wittig Verlag, Kiel: 2004

Genre: Bilderbuch, Tiergeschichte

Themen: Tod, Trauer, Erinnerung

Auf Grund des geringen Umfangs kann das Buch an einem Nachmittag gelesen werden.

 

Rezension

Zum Buch
Otter, Maulwurf, Fuchs und Hase lebten gemeinsam in einem Haus im Wald. Doch eines Tages wird Fuchs krank. Es geht ihm immer schlechter, und an einem Herbstmorgen kehrt er nicht von seinem Waldspaziergang zurück. Seine Familie findet ihn schließlich leblos und kalt neben einer Eiche und trägt ihn nach hause. Im Mondschein begraben sie ihn unter einer Weide und weinen bitterlich. Auch lange nach seinem Tod vermissen die drei ihn schmerzlich. Erst ein Besuch von Eichhörnchen hilft ihnen, sich an Fuchs zu erinnern und ihren Schmerz zu lindern, indem sie an fröhliche Zeiten mit Fuchs denken.
 
Zielgruppe
Debi Glioris schuf mit Otter, Maulwurf, Fuchs, Hase und Eichhörnchen Figuren, die auch schon kleineren Kindern zugänglich sind. Der einfühlsam und schlicht formulierte Text unterstützt die von überwiegend warmen Farben getragenen Bilder, die zusammen mit diesem jüngere und auch etwas ältere Kinder an dieses schwer zu erfassende Thema heranführen.
 
Gestaltungshinweise
Ein Buch wie dieses, das vorbehaltlos und doch eindrücklich die Themen Tod und Trauer behandelt, wird sicherlich gerade bei jüngeren Kindern viele Fragen nach sich ziehen und manchmal auch etwas Zeit zum Nachdenken verlangen, ehe zur nächsten Seite geblättert wird. Die richtige Atmosphäre hierfür kann geschaffen werden, indem man eine ruhige Umgebung schafft. Deswegen sollte, falls das Buch mehreren Kindern vorgelesen wird, die Gruppe klein gehalten werden. In einem solchen Rahmen kann nicht nur auf Fragen und Gedanken einzelner Kinder eingegangen werden, sondern man kann auch länger bei den eindrücklichen Illustrationen verweilen.
 
Themenvorschlag zur Diskussion
Die Thematik des Buches verlangt eine einfühlsame und aufgeschlossene Diskussion. Damit gerade kleinere Kinder den im Buch dargestellten Trauerprozess leichter begreifen, kann die Geschichte nach dem Vorlesen noch einmal ausführlich besprochen werden. Wie gehen die Tiere mit dem Tod von Fuchs um? Wie schaffen sie es schließlich sogar, bei der Erinnerung an ihn wieder zu lachen? Und was hat der Kartoffelauflauf mit allem zu tun?
© Claudia Jahn

 

Wolf Erlburch: Die Fürchterlichen Fünf

Zielgruppe: Kinder im Kindergartenalter

Umfang: 32 Seiten

erschienen: 2007. 8. Aufl. Peter Hammer Verlag

Themen: Freundschaft, Anderssein, Hässlichkeit, Talente, Toleranz


geeignet für eine Vorleserunde.

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Rezension

Zum Buch

Die Fürchterlichen Fünf sind eine Gruppe von Tieren, welche sich alle durch besondere Hässlichkeit auszeichnen. Dabei wurde vor allem Wert darauf gelegt, solche Tierarten zu wählen, die bei kleinen und großen Leuten Abscheu hervorrufen: eine dicke, fette Spinne; eine Fledermaus, eine Hyäne, eine Ratte und eine besonders warzige Kröte. Die dominanten Illustrationen beschönigen hier nichts und stellen die Tiere nicht verniedlicht, sondern in ihrer ganzen Hässlichkeit dar. Jeder Seite ist ein kurzer Text beigegeben, der die einfache Geschichte erzählt. Die fünf Tiere sind sich ihrer Aussenseiterrolle bewusst und leiden darunter. Schließlich weist die Hyäne sie jedoch darauf hin, dass sicher jeder von ihnen etwas kann, was ihn auszeichnet. Kaum sind die verschiedenen Talente gesammelt beschließen die Freunde eine Pfannkuchenbude zu eröffnen, welche jedoch zuerst nicht besucht wird. Als sie jedoch anfangen sich unter einander zu amüsieren und sich nicht mehr um die Meinung der Aussenwelt zu kümmern, hören die anderen Bewohner der Tierwelt wie viel Spaß die Fünf haben und feiern mit. So können die Freunde mit ihren Fähigkeiten ihre offensichtlichen Mängel wettmachen und werden akzeptiert.

Zielgruppe

Aufgrund der einfachen Geschichte und der Wichtigkeit der Bilder ist das Buch vor allem für eine kleinere Gruppe von Kindergartenkindern geeignet. Da die Illustrationen besonders auf die Hässlichkeit der Tiere abzielen, welche im Detail liegt, sollte die Gruppe nicht zu groß gewählt werden, damit alle die Tiere genau betrachten können.

Gestaltungshinweise

Da die Moral der Geschichte sicher am besten mit „Beurteil ein Buch nicht nach dem Einband“ zusammengefasst werden kann, ist es sicher für die Kinder interessant, wenn sie die Tiere basteln oder zeichnen könnten, welche sie für eklig halten. Dies hat zum Einen den Vorteil ,dass die Kleinen sich mit ihrer Furcht auseinandersetzen und zum Anderen werden sie vielleicht ein besseres Verhältnis zu den Wesen entwickeln ,wenn sie sie im Licht des gerade gehörten betrachten können.

Vielleicht könnte der Vorleser auch ein Sachbuch mitbringen, in dem sich Photografien von den Vorbidlern der Fürchterlichen Fünf befinden, so dass die Kinder einen Eindruck von den echten Tieren hinter den Figuren erhalten. Dabei könnte man sicher auch etwas über die echten Lebensweise dieser Tiere erzählen und die Kinder könnten sich demnach andere Talente für die betreffenden Tiere ausdenken.

Themenvorschläge zur Diskussion

Hier bietet es sich sicher an mit den Kindern über Tiere zu sprechen, die ihnen Angst machen oder welche sie eklig finden. Dabei kann man natürlich immer noch etwas über die Tiere erzählen, um den Kindern die Angst zu nehmen.
Das unterschwellige Thema des Buches bietet sich sicher auch an. Man kann die Kinder fragen, ob sie sich schon einmal ausgeschlossen gefühlt haben oder das Gefühl von Isolation kennen. Dabei sollte man sicher sensible vorgehen, da die Kinder sicher nicht bereit sind in der Gruppe offen darüber zu sprechen. Das Besipiel der Fürchterlichen Fünf könnte genutzt werden, um die Kinder in Stellvertreterposition über Gefühle der Ausgrenzung sprechen zu lassen.
Möchte man das Gespräch positiver gestalten, kann man mit den Kindern auch einfach über ihre Talente sprechen. Dies lässt sich sicher mit der Gestaltung verbinden, wenn man ein paar der Zuhörer einfach mal geeignete Sachen vorführen lässt.
©Andrea Radziewsky

 

 

Philippe Goossens, Thierry Robberecht: Kleiner Drache – große Wut

Zielgruppe: Kinder ab ca. 4 Jahren

Umfang: 25 Seiten

erschienen: Patmos Verlag GmbH & Co. KG, Sauerländer, Düsseldorf 2004.

Genre: Bilderbuch

Themen: Familie, der "innere Drache", Wut, Kommunikation/Sprache, Elternliebe, Trauer

Geeignet für eine kürzere Vorleseveranstaltungen für jüngere Kinder.

 

Rezension

Was genau stellt man sich eigentlich unter einem Drachen vor? Ein Fabelwesen. Eine Figur aus dem Märchen, gegen die der gute Ritter kämpfen muss, um die Prinzessin zu
befreien. Dass es auch andere Antworten gibt, zeigen Philippe Goossens und Thierry Robberecht in ihrem Buch „Kleiner Drache – große Wut“. Denn – wenn wir einmal ehrlich zu uns sind – in jedem Menschen schlummert doch ein „innerer Drache“, den wir
manchmal nicht unter Kontrolle haben und der sich dann seinen Weg an die Oberfläche bahnen kann…

 

Zum Buch
„Nein heißt nein!“ sagt Mama mal wieder. Und dieses „Nein“ löst in dem kleinen Jungen, dem Ich- Erzähler der Geschichte, eine regelrechte Kettenreaktion aus. Zunächst wird geschmollt. Und dann – dann kommt die Wut, die den kleinen Jungen in einen Drachen verwandelt. Dieser Drache „zerstört alles, was ihm in die Quere kommt“ und spuckt die „furchtbarsten Wörter“ aus. Ein Drache denkt nicht nach und hat keine Freude an den Dingen, die dem kleinen Jungen eigentlich etwas bedeuten.
Ein Drache spricht nicht die Menschensprache und bleibt schließlich ganz allein in seinem Kinderzimmer. Dort wird der Drache traurig und versucht mit seinen Tränen das „Drachenfeuer“ zu löschen. Aus dem Drachen wird wieder der kleine Junge. Und dem tut, was er gesagt und gemacht hat, furchtbar leid. Schön ist es, wenn Mama und Papa am Ende der Geschichte zu dem kleine Jungen sagen, dass sie ihn doch
lieb haben – trotz des Drachens, der vielleicht auch irgendwo in ihnen schlummert…

 

Zielgruppe
Geeignet ist das Buch vor allem für Kindergartenkinder. Die Geschichte wird in wenigen Sätzen erzählt und die großflächige Illustration dient zur Veranschaulichung des Erzählten. Die Bilder nehmen meist eine, manchmal auch zwei Seiten des Buches ein und bieten viele Gedankenanstöße, durch die ein Gespräch mit den Kindern in Gang gesetzt werden kann.

 

Gestaltungshinweise
Die Geschichte des kleinen Jungen konfrontiert die Kinder mit verhältnismäßig wenig Text. Umso wichtiger ist es, sich als Vorlesender bzw. Erzähler sowohl den Bildern
eingehender zu widmen, als auch auf eine andere Art und Weise das Gespräch mit den Kindern zu suchen oder die Kreativität dieser anzuregen. So könnten die Kinder zum Beispiel versuchen, den „inneren Drachen“ zu malen oder aus Tonpapier zu basteln. Wenn die Zeit vorhanden ist, wäre es auch möglich, mit Ton oder Gips zu arbeiten und gemeinsam mit den Kindern kleine Drachenskulpturen zu
formen. In einem weiteren Schritt könnten die fertigen Arbeiten miteinander verglichen werden. Was gefällt ihnen besonders an der Arbeit von Tom oder Lisa? Warum finden sie diese gut? Gibt es Merkmale, die alle Zeichnungen oder Figuren aufweisen? Woran könnten diese Ähnlichkeiten liegen? Möglich wäre es auch, in einem Rollenspiel die Kinder die Verwandlung vom Kind zum Drachen darstellen zu lassen. Zudem könnte so auf spielerische Art nach Lösungsansätzen gesucht werden, die den Drachen schneller wieder zu einem Kind werden lassen.

 

Themenvorschlag zur Diskussion
Das Buch „Kleiner Drache – große Wut“ zeigt, dass ein Drache nicht automatisch eine Fiktion sein muss, die mit unserer Realität nichts zu tun hat. Metaphorisch verwendet
kann der Begriff des Drachens auf eindrucksvolle Weise menschliche Gefühle wie Wut oder den (Selbst-)Zerstörungstrieb verdeutlichen. So bietet die Geschichte des kleinen, wütenden „Drachenjungen“ einen guten Ausgangspunkt für ein Gespräch, in dem die Kinder selbst beleuchten, ob sie diesen „inneren Drachen“ auch bei sich
schon einmal beobachtet haben: Wie fühlen sie sich dann? Kennen sie das Gefühl der Wut und kennen sie das Gefühl der sich anschließenden Trauer? Und aus welchen
Gründen konnte der Drache Besitz von ihnen ergreifen? Kommt den Kindern der Streit des kleinen Jungen mit seiner Mama bekannt vor? Interessant könnte es auch sein, zusammen mit den Kindern andere Tiere oder Fabelwesen zu suchen, die ebenfalls Gefühlszustände widerspiegeln können. Wie fühlen sich die Kinder, wenn sie wie „ein Fisch im Wasser“ oder „frei wie ein Vogel“ sind? Welche Emotionen verbinden sie mit einem Bären oder mit einer Schnecke? Und mit welchem Tier identifizieren sie sich aus welchen Gründen am liebsten?

 

Sybille Hein: Rutti Berg die Bäuerin wär so gerne Königin

Zielgruppe: Kinder ab 4 Jahren

Umfang: 40 Seiten

erschienen: Bajazzo Verlag, Zürich 2005

Genre: Bilderbuch, Gereimtes

Themen: Träume und Wusnchvorstellungen, Abenteuer

Auf Grund seines geringen Umfangs kann das Buch an einem Vorlesenachmittag gelesen werden.


Rezension

 

Zum Buch
Rutti Berg träumt davon, aus ihrer Haut zu schlüpfen und wäre lieber Königin als Bäuerin. Tatkräftig setzt sie ihren Traum um und tauscht Kuh gegen Ross und Hof gegen Königsschloss. Auch einen König und Untertanen hat Rutti schon, als plötzlich ein
Monster auftaucht und sie mir nichts, dir nichts verschluckt. Hier wäre die Geschichte zu Ende, würden nicht die Kuh und Ruttis andere alte Freunde sie retten. Überglücklich wirft sie ihre Königinnenkrone in den Müll und kehrt in ihr altes Leben zurück. Ihre Abenteuerlust hat sie aber behalten, denn schon in der selben Nacht hört man sie im Schlaf flüstern: „Astronautin wär ich gerne!“ Der lustige, kreativ gereimte Text ist in kurzen, vorlesefreundlichen Sätzen abgefasst und bildet zusammen mit den großflächigen Illustrationen, die ebenfalls aus der Feder der Autorin Sybille Hein stammen, eine schöne Einheit. Als gestalterische Besonderheit ist hervorzuheben, dass es sich bei „Rutti Berg“ um ein Klappbuch handelt, das heißt, dass die einzelnen Seiten teilweise in zwei Hälften geteilt sind, die einzeln nacheinander umgeblättert werden. Dies führt dazu, dass sich die Illustrationen „schrittweise“ verändern und macht viel Spaß beim Anschauen. Jedoch sollte man sich vor dem Vorlesen schon ein bisschen damit vertraut machen, um die Seiten dann in der richtigen Reihenfolge umblättern zu können.

 

Zielgruppe
„Rutti Berg“ eignet sich besonders gut, um Kindern im Kindergartenalter vorgelesen zu werden. Die Reime sind kurz und gut verständlich und ebenso wie die farbenfrohen und sehr schönen Bilder auch schon für jüngere Kinder zugänglich. Zwar kommt in der Geschichte auch ein Monster vor, aber so richtig gruseln wird sich wohl kein Kind vor ihm, da es ebenso liebevoll illustriert ist wie die anderen Figuren und Sybille Hein Ruttis
Erlebnis mit ihm eher komisch als gruselig darstellt.

 

Gestaltungshinweise
Durch die besondere Gestaltung als Klappbuch bietet es sich besonders an, die Kinder, vor allem bei kleineren Vorleserunden, anhand der Bilder den Fortgang der Geschichte erraten zu lassen, bevor man den zum jeweiligen Bild gehörenden Reim vorliest. Außerdem kann man sich mit den Kindern zusammen die Parallelgeschichte dazu ausdenken, was die Kuh und die anderen alten Freunde von Rutti machen, während diese ihre Abenteuer erlebt, bis sie sie schließlich aus dem Bauch des Monsters retten.

 

Themenvorschlag zur Diskussion
Das zentrale Thema der Geschichte ist Rutti Bergs unbändige Abenteuerlust und ihre stete Neugier auf andere Lebensweisen, die sich selbst von Monstern und anderen Rückschlägen nicht bremsen lässt. Am (offenen) Ende des Buches, nachdem sie gerade wieder von der Königin zur Bäuerin wurde, träumt sie bereits wieder von einem Leben als Astronautin – was sie wohl dabei erleben wird? Und: werden ihre Freunde, allen voran die Kuh, ihr wieder helfen wenn sie das Monster wiedertrifft? Darüber kann man ebenso mit den Kindern reden wie über ihre eigenen Lebensträume, Wunschvorstellungen, etc. Vielleicht finden sich ja auch zukünftige Könige und Astronautinnen unter den kleinen Zuhörern?!
© Marie Arkebauer

 

 

Eva Heller (Autorin), Michael Sowa (Illustrator): Das unerwartete Geschenk vom Weihnachtsmann und von Frau Glück und Herrn Liebe

Zielgruppe: Kinder von ca. 8-10 Jahren

Umfang: 30 Seiten

erschienen: Lappan Verlag GmbH, Oldenburg 1996

Genre: Weihnachtsgeschichte

Themen: Weihnachtswünsche, Glück

Die Geschichte kann an einem Nachmittag vorgelesen werden.

 

Rezension

Zum Buch
Nachdem der Weihnachtsmann am Weihnachtsabend die Geschenke verteilt hat, merkt er, dass eine Puppe übrig geblieben ist. Beim Versuch, diese anhand seiner Computerlisten und Pläne ihrer Besitzerin oder ihrem Besitzer zuzuordnen, trifft er auf verschiedene Kinder und muss enttäuscht feststellen, dass die meisten gar kein Interesse an einer einfachen Puppe haben. Mit Hilfe seiner Freunde Frau Glück und Herr Liebe kommt er zu dem Schluss, dass man Glück nicht planen kann und findet schließlich doch noch das richtige Kind.
Dieses moderne Weihnachtsmärchen von Eva Heller wird farbenfroh illustriert von Michael Sowa. Die Illustrationen sind jedoch teilweise recht klein, was das Buch für das Vorlesen für große Gruppen eher ungeeignet macht.

Zielgruppe
Um den teils ironischen Humor der Autorin verstehen zu können, sollten die Kinder ein gewisses Alter erreicht haben. Die Altersangabe des Verlags ist 10 Jahre, zum Vorlesen ist das Buch jedoch sicher auch schon etwas früher geeignet.

Gestaltungshinweise
Durch die Unterteilung des Buches in einzelne Abschnitte, in denen der Weihnachtsmann die einzelnen Kinder besucht, bietet es sich beispielsweise an, nach jedem vorgestellten Kind eine Pause zu machen und zu fragen, ob dieses Kind wohl die Puppe bekommt.
Auch kann man die Zuhörer bevor man das Ende der Geschichte vorliest raten oder darüber diskutieren lassen, welches Kind wohl die Puppe bekommt bzw. wer sie am ehesten „verdient“ hätte.
Man könnte ebenfalls darüber nachdenken, vor dem Vorlesen nach einer kurzen Hinführung zum Thema des Buches die Kinder raten zu lassen, warum der Weihnachtsmann eine Puppe übrig hat und zu was für einem Kind sie wohl gehören mag.

Themenvorschlag zur Diskussion
Da das Buch die Thematik der Wünsche zu Weihnachten behandelt und deswegen wohl sowieso in der Vorweihnachtszeit vorgelesen wird, bietet es sich natürlich an, mit den Kindern über ihre eigenen Weihnachtswünsche und Vorstellungen zu sprechen. Braucht man wirklich, so wie es einige der vom Weihnachtsmann besuchten Kinder denken, große, materiell wertvolle Geschenke, um glücklich zu sein oder können einen auch kleinere, unerwartete Geschenke wie die Puppe Simonetta glücklich machen? Was haben die Kinder für Erfahrungen gemacht?
© Marie Arkebauer

 

 

Katja Henkel: Der Himmel soll warten!

Zielgruppe: Kinder ab 8 Jahren

Umfang: 157 Seiten

erschienen: Bloomsbury Kinder- und Jugendbücher, Berlin 2005

Genre: Familiengeschichte

Themen: Tod und Abschiednehmen, Geschwisterliebe, „Patchwork-Familie“, Weihnachten

Geeignet für zusammenhängende regelmäßige Vorlesenachmittage; für einmalige Aktion ist dieses Buch weniger geeignet.

 

Rezension

Zum Buch
Die beiden Kinder Greta und Julian vermissen ihre verstorbene Omalotte sehr, gerade jetzt, wo das erste Weihnachtsfest ohne sie vor der Tür steht. Sie hecken den Plan aus, soviel Unsinn wie möglich anzustellen, damit Omalotte sieht dass ihre Enkel sie brauchen und zurückkommt. Während sie ihren Plan in die Tat umsetzen, sitzt ihre Oma mit dem Engel Gustav dem Siebten im Zwischenhimmel und muss das Treiben auf der Erde hilflos beobachten. Zu gerne würde sie auf zu ihrer Familie zurückkehren und sich um Greta und Julian kümmern, doch Gustav erklärt ihr, dass dies nicht möglich sei. Unterdessen sind die Kinder frustriert, dass ihre Omalotte trotz aller Bemühungen nicht wieder auftaucht, und Julian schmiedet den gefährlichen Plan, sie selbst aus dem Himmel zurückzuholen…
Doch zum Glück schreiten seine kleine Schwester, Omalotte und Gustav der Siebte rechtzeitig ein, und alle erkennen, dass man manchmal loslassen muss, wenn man jemanden festhalten will.
„Der Himmel soll warten!“ ist hauptsächlich eine Geschichte über das Abschiednehmen und Loslassen, doch die Autorin Katja Henkel bringt auch noch andere Themen ein, die vielen Kindern vertraut sein dürfen. So kommen sich Greta und Julian und der neue Freund der Mutter, den sie am Anfang eigentlich ziemlich doof finden, im Verlauf der Geschichte näher, und auch das Verhältnis der Geschwister zueinander wird thematisiert.
Das Buch ist mit ansprechenden Illustrationen von Sybille Hein versehen, die jedoch meistens recht klein sind.

 

Zielgruppe
„Der Himmel soll warten!“ ist mit seinen 157 Seiten und der sensiblen Thematik wohl am Ehesten fürs private Vorlesen geeignet. Da das Buch sehr viel Text und nur wenige Illustrationen hat, setzt es eine gewissen Konzentrationsfähigkeit voraus und ist für Kindergartenkinder eher noch nicht geeignet. Für etwas ältere Kinder bietet es sich dank seiner kurzen Kapitel (je 3-10 Seiten) auch zum Selberlesen an.
 
Gestaltungshinweise
Obwohl das Buch ein so trauriges Thema wie den Tod der Großmutter behandelt, ist es humorvoll geschrieben, und einige Stellen werden kleine und große Leser sicher zum Schmunzeln bringen. Gerade dadurch, dass die Oma auch nach ihrem Tod noch irgendwie anwesend ist und ihre Enkel vom Zwischenhimmel aus beobachtet, wird der Geschichte viel von ihrer Tragik genommen.
Die Tatsache, dass das Buch leider nur recht spärlich illustriert ist, kann man dazu nutzen, die Kinder dazu anzuregen, ihre eigene Phantasie spielen zu lassen und eventuell ein Bild zu malen. Passende Szenen gibt es in der Geschichte mehr als genug – so wird zum Beispiel sehr niedlich beschrieben, wie Greta mit ihrem rotgepunkteten Kleid und der Taucherbrille auf der Nase in den Kindergarten geht. Außerdem wird erklärt, dass man im Himmel die Dinge so sieht, wie man sie sehen will, und dass Omalotte sich deswegen aussuchen kann, wie Gustav in ihren Augen aussehen soll. Dies könnte man zum Anlass nehmen, die Kinder zu fragen, wie sie sich Gustav – oder Engel generell – vorstellen.
 
Themenvorschlag zur Diskussion
 Da die einzelnen Kapitel des Buches abwechselnd aus der Sicht der Enkel und der Oma geschrieben sind, muss der Leser sich in verschiedene Perspektiven hineinversetzen. Dies könnte man weiterführen und mit den Kindern darüber sprechen, wie sich wohl die Mutter dabei fühlt, wenn ihre eigentlich lieben Kinder plötzlich soviel Unsinn anstellen, und was wohl im Stiefvater vorgeht.
© Marie Arkebauer

 

Annette Herzog: Verhexte Sommerferien

Zielgruppe: Kinder im Grundschulalter

Umfang: 85 Seiten

erschienen: Verlag Carl Ueberreuter, Wien 2005

Genre: Hexengeschichte

Themen: Sommerferien und Urlaub, Beziehung zwischen Geschwistern, Hexen

 

Geeignet für zusammenhängende regelmäßige Vorlesestunden.

 

Dieses Buch befindet sich im Bestand der Leselustbibliothek!

 

Rezension

Zum Buch
Die kleine Hexe Zuckerguss freut sich auf ihren Sommerurlaub: sie will mit ihrem Besen in den Süden fliegen und dort faul am Strand liegen und sich sonnen. Doch ihre chaotische Schwester Pumpernickel durchkreuzt ihre Pläne, und plötzlich findet sich die wasserscheue Zuckerguss zusammen mit ihrer Schwester auf einem Floß im Fluss treibend wieder... Und Pumpernickel hat zu allem Überfluss auch noch dafür gesorgt, dass Hexen im Urlaub mit ins Wasser fallen bestraft wird! Letztendlich wird der Sommerurlaub ganz anders als geplant: statt unter Palmen zu liegen erleben Pumpernickel und Zuckerguss abenteuerliche Tage am Fluss, geraten sich ab und an in die Haare, haben aber auch viel Spaß und sind sich am Ende einig, einen schönen
Urlaub gehabt zu haben.


Zielgruppe
Da das Buch sehr viel Text und nur alle zwei bis drei Seiten eine (meist recht kleine)
schwarz-weiße Illustration enthält, bietet es sich für das Vorlesen vor Kindern im Kindergartenalter noch nicht so gut an. Ältere Kinder könnte es aber zum selber Weiterlesen anregen.

 

Gestaltungshinweise und Diskussionsvorschläge
Da das zentrale Thema im Buch die Sommerferiengestaltung von Zuckerguss und Pumpernickel ist, bietet es sich natürlich auch an, das Buch kurz vor oder nach der Sommerferienzeit vorzulesen. Eigentlich wollen die Hexen in den Süden fliegen, bleiben dann aber ungeplant doch zuhause bzw. in der näheren Umgebung und haben dort auch viel Spaß. Davon ausgehend kann man mit den Kindern über ihre eigenen Sommerferienplanungen bzw. Erfahrungen sprechen. An spannenden Stellen der Geschichte, zum Beispiel wenn die beiden Hexen mit ihrem Floß auf den Wasserfall zutreiben oder wenn Pumpernickel ihrer Schwester Gruselgeschichten erzählt und dann selbst Angst bekommt, kann man vor dem Weiterlesen auch die Kinder fragen, wie es ihrer Meinung nach wohl weitergeht.


...zum Weiterlesen
Von Annette Herzog sind noch drei weitere Bücher über die Abenteuer von Zuckerguss
und Pumpernickel erschienen:
Ein wildes Hexenfest (Im Bestand der Leselustbibliothek!)
Kleine Hexen – große Drachen
Ein verhexter Winter
© Marie Arkebauer

 

Werner Holzwarth/Wolf Erlbruch: Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat

Zielgruppe:  Kinder ab 2 Jahren

Umfang: 24 Seiten

erschienen: 1989, Peter Hammer Verlag, Wuppertal

Genre: Bilderbuch

Themen: Wie "machen" die unterschiedlichen Tiere, Zielstrebigkeit, Rache

Geeignet für eine einmalige Vorleseaktion, ca. 10 Minuten reine Vorlesezeit.


Rezension

Zum Buch
Die Geschichte vom kleinen Maulwurf ist fast schon ein Klassiker und hat bereits ihren Stammplatz in den Bücherregalen von Kindergärten und Tagesstätten gefunden.
Als dem Maulwurf, gerade als er aus seinem Erdhügel kriecht, auf den Kopf gemacht wird, begibt er sich auf die Suche nach dem Übeltäter. Er befragt alle Tiere seiner Umgebung. Sie beweisen ihm ihre Unschuld, indem sie ihm vorführen wie sie „machen“.  Kuhfladen, Pferdeäpfel und Ziegenköttel stehen also im Mittelpunkt dieses Buches.  Erst die Fliegen, die seinen Haufen fachmännisch untersuchen, bringen ihn auf die richtige Spur. Es war Hans Heinerich, der Metzgershund. Nun ist der Zeitpunkt der Rache gekommen. Frech klettert der Maulwurf auf die Hundehütte und kackt dem friedlich schlafenden Hund ein klitzekleines Maulwurfwürstchen mitten auf den Kopf. Erst nachdem der Maulwurf sein erlittenes Unrecht dem Hund mit gleicher Münze zurückgezahlt hat, kann der Maulwurf wieder unter die Erde zurückkehren. Allerdings ist diese „Münze“ so klein, dass der Hund zwar in seiner Mittagsruhe gestört wird, aber keinen größeren Schaden erleidet. 
 
Zielgruppe
Bereits Kinder ab zwei Jahren lassen sich von dem Maulwurf begeistern. Einfach macht es ihnen der sich wiederholende Dialog zwischen dem Maulwurf und den anderen Tieren „Hast du mir auf den Kopf gemacht ? -Ich? Nein, wieso? –Ich mach` so!“. Schnell lässt sich dieser Text auswendig lernen. Die Bilder sind so großflächig, dass die Kinder sie auch gut betrachten können, wenn sie für eine Runde von bis zu zehn Kindern hochgehalten werden.

 

Gestaltungshinweise
Bei diesem Text bietet es sich an, die Lesung um ein Lied zu ergänzen, da aus der Geschichte des Maulwurfs auch ein Kindermusical entstanden ist. Die Lieder auf der dazugehörigen CD werden von Ben Becker und Dirk Bach gesungen. Möglich wäre es die Kinder spekulieren zu lassen, wie der Hund auf die Wurst des kleinen Maulwurfs reagiert. Bekommt er es überhaupt mit? Fragt er sich auch, wer ihn auf den Kopf gemacht hat?  Als Antwort könnte hier das Lied „Die Rache des Hans Heinerichs“ vorgespielt werden. Eine weitere Ergänzung bietet das Memoryspiel  „Maulwurf & Co. Doppelt – nur wo?“, dass man im Anschluss gemeinsam mit den Kindern spielen könnte. Bei jedem gefundenen Paar ließe sich an die passende Szene aus dem Buch erinnern und man könnte die Kinder noch einmal fragen, wie jedes einzelne Tier „macht“. Darüber hinaus kann das Buch als Ausgangspunkt für einen Spaziergang, z.B. im Wildpark, dienen, bei dem man das Augenmerk der Kinder auf  die Unterschiedlichkeit der Tierexkremente lenkt. Auf diese Weise lässt sich der Entdeckertrieb der Kinder anstacheln, der dann vielleicht auch über die „Tierkacke“ hinaus gehen wird.

 

Themenvorschlag zur Diskussion
Was macht man, wen einem Unrecht geschieht? Ist es wichtig, dass man weiß, wer einem Unrecht getan hat? Was macht den Maulwurf so wütend? Hätten man an seiner Stelle so ausdauernd nach dem Übeltäter gesucht, oder schon längst aufgegeben? Würde man es ähnlich machen wie der kleine Maulwurf und sich rächen? Oder gibt es Alternativen?
Warum ist der Maulwurf zufrieden? Weil er sich gerächt hat? Weil er seinen Plan zu Ende gebracht hat? Oder gibt es weitere Gründe?

Wo finde ich das Buch und weitere Medien in der Stadtbibliothek am Leuschner Platz?
Holzwarth/Erlbruch: „Vom kleinen Maulwurf...“, Signatur: I Jo Vom
CD „Vom kleine Maulwurf... Und wie die Geschichte weitergeht“, Signatur: TM K1
CD „Die Rache des Hans Heinerichs“, Signatur: TM K1 Rac
Spiel „Maulwurf & Co. Doppelt – nur wo?“, Signatur: I G Mau
©Anke Laufer

 

Janosch: Das große Buch der Kinderreime

Zielgruppe: Kinder ab 3 Jahren

Umfang: 185 Seiten

erschienen: Weinheim, Basel: Beltz-Verlag, 2004

Genre: Kinderreime

Themen: Reime, Rätsel, Abzählverse

Das Buch kann genutzt werden, um sowohl einzelne als auch regelmäßige Veranstaltungen zu ergänzen bzw. auf eine Auswahl an Kinderreimen zu konzentrieren.

 

Rezension

Zum Buch
„Backe, backe, Kuchen, der Bäcker hat gerufen!“ – auch ohne diesen
bekannten Kinderreim (und auch ohne den Ruf des Bäckers) wird es
Jung und Alt zu diesem Kinderbuch ziehen, denn es vereint nicht nur
altbekannte Verse und Reimgedichte: Auf mehr als 150 findet sich eine
bunte Sammlung von Kinderreimen, Schaukelliedern, Abzählversen,
Lügenmärchen, Scherzgedichten, Zungenbrechern und Rätseln, allesamt
illustriert von dem bekannten Kinderbuchmacher Janosch. Hilfreich für
alle Vorleser ist hierbei, dass die kleinen Texte thematisch geordnet sind
und man so auf der Suche nach Versen zu den Jahreszeiten, zum
Tierreich sowie Wiegen- und Schlafliedern leicht fündig wird.


Zielgruppe
Da das Buch nicht nur thematisch eine Vielzahl von Versen aufweist,
sondern diese auch für verschiedene Altersgruppen geeignet sind und
auch die Jüngsten mit einschließt, kann es zum Vorlesen für Kinder
unterschiedlichen Alters verwendet werden. Auch die ganz Kleinen
werden sich an den liebevoll gestalteten Bildern erfreuen.


Gestaltungshinweise

Obwohl die Idee reizvoll ist, einen ganzen Vormittag den
unterschiedlichen Kinderreimen zu widmen, ist dieses Buch vor allem
eine reichhaltige Ergänzung fast allen Vorlesegelegenheiten. So bietet es
sich an, die Reime als Einstieg in ein bestimmtes Thema oder auch als
gemeinsam gesungenen Abschluss zu nutzen. Ebenso kann es zu einem
festen Ritual regelmäßiger Veranstaltungen werden, am Anfang und am
Ende eines Vorlesenachmittags ein Kind einen Vers aus dem großen
Buch aussuchen oder auch „blind“ eine Seite tippen zu lassen. Oder man
„bastelt“ nach den Vorbildern des Buches mit den Kindern ihre eigenen
Reime. Der Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt.


Themenvorschlag zur Diskussion
Um den Einstieg hierbei zu erleichtern, könnte man die Kinder fragen,
welche Reime, Zungenbrecher oder Rätsel sie kennen.
Manchmal gibt es auch unterschiedliche Varianten eines Gedichts, die es
zu ergründen und zu vergleichen gilt.
Am Anfang könnte auch die Frage stehen: „Was macht einen Reim zum
Reim?“
© Claudia Jahn

 

Chen Jianghong: An Grossvaters Hand – Meine Kindheit in China

Zielgruppe: Kinder ab 7 Jahren

Umfang: 77 Seiten, illustriert

erschienen: Moritzverlag, Frankfurt a.M. 2009

Genre: Bilderbuch, Autobiographie

Themen: China, ferne Länder, Kindheit, Gefühle, Tod, Historie, Familie

 

Obwohl das Buch sehr umfangreich erscheint nehmen die Illustrationen den grössten Raum ein, so-dass man sich auf eine längere Sitzung (viel herumzeigen) einstellen sollte.

Befindet sich im Bestand der Leselustbibliothek!

 

 

Rezension

Zum Buch
In seinem autobiographischen Kinderbuch stellt Chen Jianghong dem Leser Episoden seiner Kindheit in einer unbenannten chinesischen Stadt vor. Dabei konzentriert er sich vor allem auf das Erschaffen einer komplexen Leseatmosphäre. Das Buch beginnt im Kleinkindalter und begleitet den Jungen bis er ungefähr sieben oder acht Jahre alt ist. Dabei wird der Prozess des Aufwachsens jedoch nicht in den Mittelpunkt gerückt. Einzelne Erinnerungen, die das Familienleben der porträtierten Chinesen illustrierten, wechseln mit den kindlichen Beobachtungen der Veränderungen, welche durch äußere Umstände in der Familie hervorgerufen werden. So erscheint neben dem Tod des geliebten Grossvaters, vor allem der politische Umsturz durch Maos Kulturrevolution und die damit verbundenen Konsequenzen für die Familie als das prägende Element dieser Kindheit. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Illustrationen gelegt, welche in comic-ähnlichen Bildern nicht nur das China dieser Zeit, sondern hauptsächlich die Emotionen des kleinen Jungen darstellen. Dies erscheint auch als die große Stärke des Werkes. Jianghong versucht nicht seinen jungen Lesern eine Geschichtsstunde zu erteilen, sondern er bringt ihnen die alltäglichen Gefühle eines kleinen Jungen näher. Der erfreuliche Nebeneffekt ist, dass man sich in das Leben des Kleinen hineinversetzen kann, ohne sich der Fremdheit seines Landes noch voll bewusst zu sein.

Zielgruppe
Das Buch richtet sich offensichtlich an ältere Kinder, da es zum Einen sensible politische Themen anschneidet und zum Anderen auch Tod, Trennung von den Eltern und staatliche Gewalt thematisiert. Über die emotionalen Illustrationen versteht das Kind auch welche Gefühle diese Taten in dem kleinen Protagonisten auslösen, so-dass hier eher mit ernsten Reaktionen gerechnet werden kann und man das Werk eher einfühlsam vermitteln sollte. Es bietet sich vielleicht an in den Horten nachzufragen, ob China im Lehrplan behandelt wurde, um einen Anknüpfungspunkt zu finden.

Gestaltungshinweise
Durch die ernsten Themen bieten sich Bastelarbeiten eher weniger an. Man könnte natürlich eine Art Gegenprogramm entwerfen und auch die „unterhaltsamen“ Seiten Chinas hervorheben. Möchte man sich auf das Land konzentrieren, könnte man z. B. mit der chinesischen Schrift arbeiten. Nach einer kurzen Einführung könnten die Kinder ihre eigenen Schriftzeichen erfinden. Man könnte allerdings auch die im Buch thematisierte Hinterhofkultur ins Zentrum rücken. Die Kinder könnten Bilder dazu malen, wie sie sich die Höfe oder Märkte vorstellen. Zu diesem Thema könnte der Verein Ihnen auch ein vom Verlag zur Verfügung gestelltes Poster ausleihen, welches einen belebten chinesischen Büchermarkt zeigt.
Falls Sie sich inspirieren lassen möchten, wie der Autor selbst an die Ausgestaltung seiner Arbeiten geht, kann ich Ihnen diesen kurzen Dokubeitrag über das Bilderbuch empfehlen:
www.hr-online.de/website/specials/buchmesse2009/index.jsp

Themenvorschlag zur Diskussion

Hier gibt es zahlreiche Anküpfungspunkte. Zum Einen könnte man mit den Kindern über ihr Liebe zu ihren Großeltern diskutieren. Vielleicht möchten sie kleine Geschichten über ihre Lieblingserlebnisse erzählen? Des Weiteren könnte man China selbst als Thema wählen. Was wissen die Kinder über dieses fremde Land? Kennen sie vielleicht chinesische Emigrantenkinder? Wenn man Glück hat befindet sich vielleicht sogar ein chinesisches Kind unter den Zuhörern und man kann es je nach Erfahrungsschatz von seiner Kultur berichten lassen, so-dass ein Austausch zwischen den Kindern eingeleitet werden kann. Für eine Gruppendiskussion eignen sich die ernsten politischen Themen wahrscheinlich weniger. Es erscheint aber als möglich einen Dialogs einzuleiten, indem man die Kinder, z. B., fragt was sie an dem Buch am meisten beeindruckt hat, um darüber die ernsteren Themen anzusprechen.
© Andrea Radziewsky

 

Astrid Lindgren: Lotta kann fast alles

Deutsch von Anna-Liese Kornitzky

Zielgruppe: Kinder ab 5 Jahre

Umfang: 28 Seiten

erschienen: Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg 1977; schwedi-sche Originalausgabe „Visst kann Lotta nästan all-ting“ bei Rabèn & Sjögren Bokförlag, Stockholm, 1947

Genre: Weihnachtsgeschichte

Themen: Hilfsbereitschaft, Lernen damit umzugehen, dass man nicht alles kann, Advents- bzw. Weihnachtszeit, Familie

 

Rezension

Zum Buch
„Mit mir ist es komisch. Ich kann so viel“ berichtet Lotta aus der Krachmacherstraße vollmundig ihren großen Geschwistern Jonas und Mia-Maria.
Sie kann Skilaufen, pfeifen, Blumen gießen und kranken Leuten helfen. „Slalom laufen, Kannst du das?“ fragt Jonas. Das kann Lotta nicht. Aber sie will es natürlich ihren großen Geschwistern gleich tun und es lernen, während sie der kranken Tante Berg ei-ne Tüte mit Stollen bringt. Jedoch soll sie für ihre Mutter auch noch eine Tüte mit Fischabfall wegwerfen und dann muss ja auch noch Teddy mit, der eigentlich ein kleines rosa Schweinchen ist. Sie verwechselt die Tüten und da Lotta ja fast alles kann, rettet sie den Stollen und Teddy gerade noch aus einem Müllauto. Dann kann sie endlich Tante Berg mit dem Stollen beglücken und ihr noch ein wenig zur Hand gehen.
Zuhause erfährt sie etwas Unfassbares. Drei Tage vor Weihnach-ten ist in der ganzen Stadt kein Weihnachtsbaum mehr aufzu-treiben. Jonas und Mia-Maria weinen bitterlich. Auch Lotta ist traurig, allerdings will sie erst später weinen, da sie Tante Berg versprochen hat, ihr eine Zeitung zu besorgen und für sich darf sie als Belohnung ein paar Bonbons kaufen. Am Kiosk entdeckt sie ein großes Lastauto mit ganz vielen Tannenbäumen. Der Fah-rer will sie allerdings nach Stockholm bringen, um sie für viel Geld zu verkaufen und lässt sich nicht erweichen. Er fährt viel zu schnell um eine Kurve und da fällt ein Baum herunter. Da ist Lotta mit ihrem Schlitten natürlich sofort zur Stelle. Zuhause an-gekommen muss auch Jonas feststellen „Du hast ja recht gehabt, du kannst ja wirklich alles!“. Fast alles, denn Slalom hat sie noch immer nicht gelernt. Aber Lotta ist ja auch erst fünf.

Zielgruppe

Die Hauptperson Lotta ist fünf Jahre, es bietet sich also an, die Geschichte Kindern in diesem Alter vorzulesen. Aber auch jünge-re Kinder können, wenn sie in das Buch hineinschauen können, gut folgen, da die Illustrationen sehr großflächig sind und klar die Situation wiedergeben. Der Astrid-Lindgren-Klassiker bezaubert durch Lottas viele kleine Verrücktheiten wohl jede Altersstufe.

Gestaltungshinweise
Die Lesedauer des Textes beträgt etwa 25 Minuten und ist so sehr gut zum Vorlesen geeignet.
Das Buch ist zahlreich bebildert und es bietet sich an, es in klei-neren Gruppen zu lesen, sodass die Kinder hineinschauen kön-nen. Allerdings kann man die Illustrationen aufgrund ihrer Größe und Klarheit auch gut in die Runde zeigen. Durch viel wörtliche Rede kann man die Stimme auch den Personen entsprechend verstellen. Zum Beispiel kann man den Lastautofahrer, der Lotta abblitzen lässt, ganz böse sprechen lassen.

Themenvorschlag zur Diskussion
Lotta denkt in ihrem kindlichen Überschwang, dass sie alles kann. Was können die Kinder alles? Was würden sie gerne kön-nen? Und warum?
Lotta kann kranken Leuten helfen. Was machen die Kinder, um andern Leuten zu helfen?
Für Lotta und ihre Geschwister ist es sehr wichtig, dass zu Weih-nachten ein Baum da ist. Was ist für die Kinder an  Weihnachten wichtig? Könnten sie sich vorstellen, keinen Weihnachtsbaum zu haben?                                                                                             © Marie Kaufmann

 

Gillian Lobel, Tim Warnes: Der kleine Bär und das Mondscheinwunder

Zielgruppe: Kinder ab ca. 3 Jahren

Umfang: 24 Seiten

erschienen: Loewe Verlag GmbH, Blindlach 2006.

Genre: Bilderbuch

Themen: Schneelandschaft, Freundschaft, Sehnsucht, Abenteuerlust, Selbstvertrauen, Geborgenheit, Elternliebe

Geeignet für Vorleseveranstaltungen für jüngere Kinder.

Dieses Buch befindet sich im Bestand der Leselustbibliothek!

 

Rezension

Zum Buch
Der Mond scheint durch das Zimmerfenster des kleinen Bären und es wirkt, als hätte er den Bären angelächelt.
Der Entschluss ist gefasst: Der kleine Bär geht nach draußen in die glitzernde Winterlandschaft. Mit seinen Freunden Lilli Langohr und Mäuslein Winzigklein möchte er den Mond besuchen und freut sich auf den  Mondsaft und die Mondkekse, die er hofft beim Mond zu bekommen. Doch plötzlich wird es dunkel. Der Mond scheint verschwunden zu sein und die Freunde verirren sich im Wald bis – Gott sei dank – Mama Bär sie findet und ihnen erklärt, dass der Mond immer da ist, auch wenn man ihn gerade nicht sieht…

Zielgruppe
Geeignet ist das Buch vor allem für Kindergartenkinder. Die Geschichte verfügt über keinen großen Umfang. Dafür dienen großflächige Bilder zur Veranschaulichung des Erzählten. Die Schneelandschaft wurde mit Glitzerstaub fühlbar gemacht und wird die Kinder faszinieren.

Gestaltungshinweise
Da die Bilder des Buches „Der kleine Bär und das Mondscheinwunder“ die Stimmung einer Schneelandschaft einzufangen wissen, ist das Buch besonders dafür geeignet, im Winter mit den Kindern behandelt zu werden. So könnte man vor dem Lesen des Buches mit den Kindern einen kleinen Spaziergang unternehmen, damit die Atmosphäre des Buches wirklich „gefühlt“ wird.

Themenvorschlag zur Diskussion
Die reale Winterlandschaft „draußen vor der Tür“ kann mit der des kleinen Bären verglichen werden. Wirkt der Schnee wirklich so verzaubernd wie im Buch? Ist es möglich, dass die Landschaft bei Tag anders als bei Nacht wirkt und falls ja, aus welchen Gründen ist dies der Fall?
Zudem könnte man die Kinder fragen, ob auch sie schon einmal Abenteuer in einer Winterlandschaft erlebt haben. Was finden sie schön an der kalten Jahreszeit? Und mit welchen Tätigkeiten wie bspw. Schlittenfahren oder Laternelaufen verbinden sie den Winter? 

 

Jan Lööf: Matildas Katzen

Zielgruppe: Kinder von 3 – 5 Jahren

Umfang: 12 Doppelseiten

erschienen: Moritz Verlag, Frankfurt Main 2009 (schwedische Erstauflage 2008)

Themen: Eigenes Haustier, Pflichten, Freundschaft

Befindet sich im Bestand der Leselustbibliothek!

 

Rezension

Zum Buch
Matilda hat 2 Katzen: Gustav und Knut. Die beiden sind ganz lieb und niedlich und die drei machen viele schöne Dinge gemeinsam: spazieren gehen, angeln, kuscheln und toben. Aber es ist auch anstrengend mit den beiden: man muss essen kochen, sie zum Zähne putzen überreden und hat eigentlich nie seine Ruhe. Matilda kann nicht mal alleine in ihrem Bett schlafen! Schließlich aber geht jeder anstrengende Tag zu Ende und am nächsten Morgen sieht alles überraschend anders aus….

Der schwedischen Bilderbuchmacher Jan Lööf zeigt auf seinen Bildern anstelle harmloser Kätzchen einen Löwe und einen Tiger. Daraus entsteht eine rasante Story, die am Ende sehr wirklichkeitsnah aufgelöst wird: Am nächsten Tag sind Gustav und Knut nämlich zwei ganz normale Schmusekatzen.

Zielgruppe

Das Buch ist für Kinder ab 3 Jahren gedacht und ist eher für eine kleinere Runde geeignet, da das Format nicht furchtbar groß ist.

Gestaltungshinweise
Für die Kinder ist es bestimmt spannend zu sehen, wie so ein kleines Mädchen mit einem Tiger und einem Löwen zurecht kommt. Da sich die Geschichte auf der letzten Seite auflöst und zwei niedliche normale Hauskatzen gezeigt werden, kann man sicherlich darüber sprechen, welche Haustiere jedes Kind gern hätte und mit etwas Phantasie die größeren Varianten davon z.B. malen. Wichtig ist es bei diesem Bilderbuch ausreichend Zeit für die Betrachtung der Bilder einzuräumen: die Gesichtsausdrücke der Katzen beim Kochen (hungrig), „ins Bad bringen“ (gequält) oder beim „wir wollen aber bei dir schlafen“ (treuherzig) sind einfach köstlich.

Themenvorschlag zur Diskussion
Haustiere (Welche wünschen sich die Kinder und warum? Was stellen sie sich daran schön vor, was könnte auch anstrengend werden?)                                             ©Yvonne Naumann-Sparschuh

 

Hilary McKay/Hansen, Christiane: Treppauf, treppab, dem Drachen nach

Zielgruppe: Bilderbuch, nur für Kindergartenzeit geeignet

Umfang: Bilderbuch, 23 Seiten /reine Vorlesezeit ca. 5 Minuten

erschienen: Oetinger 2007/ sehr schöne, detailreiche Bilder

Genre: Lustige Abenteuergeschichte

Themen: Drachen, Angst und Mut

Geeignet für eine einzelne Veranstaltung, wichtig ist es, die Bilder zu zeigen, vielleicht über Ängste sprechen.

 

Rezension

Zum Buch                                                                                                             „Treppauf, treppab, dem Drachen nach“ erzählt von Sophie, einem kleinen Mädchen, das in der Nacht Angst hat, weil es glaubt, einen Drachen in der Wohnung zu hören. Sophie
begegnet dieser Angst jedoch mutig, indem sie sich auf die Suche nach dem Ungeheuer macht, um es zu vertreiben. Diese Suche und immer neue Sachen, die sie sich dabei
ausdenkt, um den Drachen zu überlisten, sind lustig beschrieben und sehr schön bebildert.

 

Zielgruppe
Das Bilderbuch ist für jüngere Kinder im Kindergartenalter geeignet, da es leicht zu verstehen ist und die Kinder sich neben dem Text vor allem auch mit den Bildern
beschäftigen können.

 

Gestaltungshinweise
Um die Vorlesestunde zu gestalten, bietet es sich an, die Kinder Drachen mitbringen, malen oder basteln zu lassen. Wer will kann sich auch im Anschluss wie Sophie als Ritter
oder Prinzessin verkleiden.

 

Themenvorschlag zur Diskussion                                                                                     Als Diskussionsthema lässt sich die Frage nutzen, ob die Kinder selbst manchmal nachts im Dunkeln Angst haben und was sie gegen diese Angst unternehmen. So lässt sich
fragen, ob es gut war, dass Sophie sich auf die Suche nach dem Drachen gemacht hat oder ob sie sich besser im Bett verkrochen hätte. Lohnt es sich mutig zu sein oder nicht?
Eine Variationsmöglichkeit wäre auch, die letzte Seite des Buches, auf der sich rausstellt, dass der vermeintliche Drache nur eine Katze ist, wegzulassen und die Kinder
selbst raten zu lassen, ob tatsächlich ein Drache im Haus ist oder ob Sophie vielleicht etwas anderes gehört hat. So können die Kinder selbst über ein mögliches Ende der
Geschichte nachdenken und vielleicht ihre Ideen dazu aufmalen.

 

A. A. Milne: Ich und Du, der Bär heißt Pu

aus dem Englischen von Christa Schuenke

Zielgruppe: ab 6 Jahre

Umfang: über 60 Gedichte auf 169 Seiten, farbig illustriert

erschienen: Sanssouci Verlag 1999; mit Bildern von Ernest H. Shepard, nachkoloriert von Mark Burgess

Genre: Gedichte/Klassiker

Themen: Großwerden, die Welt mit Kinderaugen

Geeignet für Einzelveranstaltungen, da man einzelne Gedichte auswählen kann; wer Gedichte beim Lesen charismatisch mit Leben füllen kann, kann mit diesen auch eine größere Gruppe ansprechen.


Rezension

Zum Buch
Die Sammlung mit Gedichten rund um den berühmten Bären Pu, Christopher Robin und die anderen Freunde aus dem Hundert(sechzig)-Morgen-Wald stellt eine Auswahl aus den Bänden „Als wir noch ganz klein waren“ und „Jetzt sind wir sechs“ dar. Die meisten Gedichte stellen kleine Geschichten dar (z.B. übers Angeln, Spazierengehen, Anziehen, Kranksein, Bockigsein oder übers Hühnererschrecken), in manchen wird auch nur ein Augenblick beschrieben. Die Kunst, kleine Szenen des Alltags in kurzer Liebenswürdigkeit und oft mit frechen Wortspielen darzustellen, bleibt auch in der deutschen Übersetzung erhalten, obwohl man erahnt, wie viel hübscher das
Original klingen wird. Die Bilder und die aufgelockerte Textgestaltung tragen zum Lesevergnügen bei.

 

Zielgruppe
Die lustigen Wortspiele sind für Kinder ab dem Grundschulalter geeignet. Für jüngere Zuhörer werden sie zu komplex sein.

 

Gestaltungshinweise
Viele der Gedichte eignen sich zum kurzen Nachspielen, die Illustrationen können auch zum Malen einiger Gedichtszenen anregen. Die Wortspiele und kurzen Reime laden zum
Nachsprechen und Auskosten ein.

 

Themenvorschlag zur Diskussion
Wirkliche Konflikte werden in den Gedichten nicht behandelt. Auch Themen wie Streit und Kinderkrankheit werden locker behandelt. Insofern eignet sich diese Sammlung vielleicht weniger zum Diskutieren als zum reinen Spielen und Spaß-am-Wort- Haben. Da aber jedes Gedicht eine aus dem Alltag bekannte Situation behandelt, wird sich trotzdem Gesprächsstoff finden.
© Ulrike Frenzel

 

Claudia Müller (Hrsg.): Die schönsten Geschichten zu Weihnachten

Zielgruppe: 5-12 Jahre (abhängig von der jeweiligen Geschichte)

Umfang: 189 Seiten, 29 Geschichten, fast jede Seite mit einem bunten Bild (teilweise halbseitig), Vorlesezeit einer Geschichte ca. 5-10 Minuten

erschienen: Verlag Ellermann 2007, mit Bildern von Heike Vogel

Genre: Weihnachtsgeschichte

Themen: Weihnachten (meist Alltagsgeschichten)

Für eine einzelne Veranstaltung geeignet, da jede Geschichte für sich allein steht.

 

Rezension

Zum Buch
Das Buch widmet sich ganz dem Thema Weihnachten und versammelt dazu sowohl ältere als auch sehr moderne Geschichten zahlreicher Autoren. Es ist in fünf Themengebiete untergliedert: „Advent, Advent …“, „Von Nussknackern, Schneemännern und Weihnachtsengeln“, „O Tannenbaum“, „Schöne Bescherung“ und „Am Heiligen Abend“. Jedem der Gebiete sind 5-6 Geschichten zugeordnet. Inhaltlich finden sich Geschichten ganz aus dem Alltag neben solchen, die fantastische Begebenheiten erzählen. In den meisten Geschichten spielen ein oder mehrere Kinder die Hauptrolle, in einigen auch Tiere oder Spielzeuge. Der Stil der Geschichten reicht von Umgangssprache und frechem Wortwitz zu eher nüchternen Erzählweisen, einige Geschichten wirken zu belehrend. Es überwiegen solche mit glücklichem Ausgang, hin und wieder taucht aber auch das Thema Tod oder Abschied auf, jedoch immer mit Hoffnungs-schimmer. Die meisten der Geschichten sind ohne christlichen Weihnachtsbezug, einige gehen aber auch gezielt auf die christliche Weihnachts-geschichte ein oder lassen Engel und das Christkind auftreten. Der Weihnachtsmann hat nur sehr wenige konkrete Auftritte. Insgesamt bietet das Buch eine gute Mischung verschiedener Themen und Erzähl-weisen, mal mit mehr, mal mit weniger Tiefgang. Die Bilder sind durchgängig bunt, verspielt und sehr liebevoll gestaltet. Die Farben sind angenehm kräftig. Besonders angenehm fallen die freundlichen Gesichter und die ansprechende Mimik aller Charaktere auf.
Autorenverzeichnis: Isabel Abedi, Hans Christian Andersen, Marliese Arold, Kirsten Boie, Erhard Dietl, Anja Fröhlich, Corinna Gieseler, Richard Hughes, Dimiter Inkiow (x2), James Krüss, Manfred Kyber, Astrid Lindgren, Tilde Michels, Frauke Nahrgang, Christine Nöstlinger, Margaret Rettich, Jutta Richter (x2), Mirjam Pressler, Ursel Scheffler, Birgit Scheps, Wolfdietrich Schnurre, Sybil Gräfin Schönfeldt, Edith Schreiber-Wicke, Petra Steckelmann, Alfons Schweiggert, Henriette Wich, Elisabeth Zöller.

 

Zielgruppe
Eine Altersempfehlung ist schwer zu geben, weil die Geschichten in ihrem Anspruch variieren, man kann aber das Vor- und Grundschulalter als Richtlinie nehmen.

 

Gestaltungshinweise
Natürlich kann man den Gestaltungsschwerpunkt problemlos auf Weihnachten legen. Weitere Ideen hängen von der Geschichte ab, für die man sich entscheidet, manche Texte eignen sich vielleicht zum Nachspielen, andere mehr zum Basteln oder dazu, über die Weihnachtswünsche der Kinder zu sprechen. Eltern können das Buch auch als Geschichtenadventskalender nutzen.

 

Themenvorschlag zur Diskussion
… sind wiederum abhängig von der Geschichte und zeigen sich in den kurzen Texten meist ganz von allein auf. Mehrere Geschichten handeln z.B. von dem Wunsch nach einem Haustier und den damit verbundenen Vorbehalten der Eltern. Sie bieten sich an, um mit den Kindern über diese oft nicht ganz streitfreie Thematik zu sprechen.
© Ulrike Frenzel

 

Nadja: Blauer Hund

Zielgruppe: Kinder von 4 – 6 Jahren

Umfang: 17 Doppelseiten

erschienen: Moritz Verlag, Frankfurt Main 2004. (französisches Original 1989)

Genre: Bilderbuch

Themen: Eigenes Haustier, Freundschaft, Schutz und Hilfe, Ängste, Phantasie und   Wirklichkeit.

Befindet sich im Bestand der Leselustbibliothek!

 

Rezension

Zum Buch
Charlotte bekommt jeden Abend Besuch von einem großen blauen Hund. Eines Tages verbietet ihre Mutter ihr mit dem Hund zu spielen, aus Sorge er könne böse oder krank sein. Als Charlotte sich dann aber bei einem Ausflug in den Wald verirrt, taucht plötzlich der Blaue Hund wieder auf und beschützt sie vor dem bösen Nachtgeist, der im Dunkeln über den Wald herrscht. Schließlich bringt der Blaue Hund Charlotte wieder sicher zu ihren Eltern zurück und sie darf den Hund behalten.

Die Bilder sind in kräftigen Farben gehalten und die Formen klar und einfach dargestellt. Beides weckt Erinnerungen an expressionistische Bilder. Die Art der Gestaltung ist Geschmacksache, man gewöhnt sich aber nach mehrfachem Betrachten gut an die Farben, Formen und eindringlich gestalteten Figuren. So wirkt der Wald in dem Charlotte sich verirrt durchaus bedrohlich, ebenso wie die Kampfszene zwischen Blauen Hund und Nachtgeist gefährlich wirkt. Der Text ist relativ knapp, wird aber durch die Bilder sehr gut unterstrichen. Beides zusammen erzeugt eine eindringliche, spannende Geschichte.

Zielgruppe

Gut geeignet für Kinder von 4 bis 6 Jahren, eventuell noch ältere Kinder. Für 3jährige kann man die Geschichte bestimmt auch nacherzählen, allerdings kann ich mir vorstellen, dass die Geschichte schnell bedrohlich wirkt und die Spannung in Angst umschlägt.
Da die Geschichte großformatig auf je einer Doppelseite dargestellt ist, eignet sich das Buch theoretisch auch für eine größere Runde (bis 8 Kinder?). Auf jeden Fall ist es gut geeignet um in kleiner Runde intensiv über Ängste zu sprechen.

Gestaltungshinweise

Das Buch spricht viele elementare Themen an:
die meisten Kinder haben den Wunsch nach einem eigenen Haustier; die Ängste der kleinen Charlotte, als sie sich im Wald verirrt und es dunkel wird; schließlich die Erleichterung, als der Blaue Hund als Retter und Freund in der Not auftaucht, sie beschützt und letztendlich sicher wieder nach Hause bringt.
Das Buch erzeugt vermutlich hohen Redebedarf und man sollte ausreichend Zeit einplanen, um zurück zu blättern oder die Geschichte gleich noch mal zu lesen.

Themenvorschlag zur Diskussion

Das Buch bietet eine spannende Geschichte mit einem guten Ende und spricht vermutlich deshalb die Kinder so direkt an. Themen die aufkommen können sind Haustiere, Freundschaft, Mut, Angst (im Dunkeln, vor „dem Bösen“, vorm Verlaufen, alleine sein ect.), Hilfe und Schutz, was ist wirklich, was ist Phantasie an der Geschichte.
©Yvonne Naumann-Sparschuh

 

Ulf Nilsson und Eva Eriksson: Als wir allein auf der Welt waren

Zielgruppe: ab 5 Jahre

Umfang: 32 Seiten, illustriert

erschienen: Moritz Verlag 2009

Genre: Bilderbuch

Themen: Allein sein, Geschwister, umsorgen und umsorgt sein

geeignet für kurze Leserunde, reine Vorlesezeit ca. 10 –15 Minuten.

Befindet sich im Bestand der Leselustbibliothek!

 

Rezension

Zum Buch
Die besondere Fähigkeit des Duos Ulf Nilsson und Eva Eriksson ist es schwierige und traurige Themen wie den Tod  in „Die schönsten Beerdigungen der Welt“ oder der Demenz der Großmutter in „Als Oma seltsam wurde“ ernsthaft, aber mit Leichtigkeit aufzugreifen. Das gelingt ihnen auch mit „Als wir allein auf der Welt waren“. Die Geschichte wir aus der Sicht und in der Sprache eines älteren Kindergartenkinds erzählt. Der kleine Junge lernt im Kindergarten die Uhrzeit. Doch wie das mit vielen Sachen ist, die man lernt, es klappt nicht sofort... So wartet er um 13.00 Uhr in der Annahme es sei 15 Uhr vergeblich auf seinen Vater, der ihn um diese Zeit immer abholt. Eine schlimme Ahnung, die schnell zur Sicherheit wird, überkommt ihn: Seine Eltern müssen von einem LKW überfahren worden sein. Zurückgeblieben sind nur er und sein kleiner Bruder, um den er sich jetzt kümmern muss. Er holt ihn vom Kindergarten ab, baut ihm eine Hütte aus Latten, ein Bett aus Laub, einen Fernseher  aus einem Pappkarton. Zu naschen gibt es Kuchenteig, dessen Zutaten sie vom Nachbar bekommen haben. Der große Bruder erschafft für den kleineren eine eigene Welt, in der sich dieser auch ohne Eltern wohl fühlen soll. Doch natürlich holt ihn die Sorge um seine Eltern und die Angst verlassen zu sein ein. Genau in diesem Moment kommen die Eltern, alarmiert durch den Kindergarten, zurück und umsorgen ihre Kinder mit Butterbroten, lustigen Fernsehsendungen und Umarmungen, die schon gar nicht mehr nötig sind, so geborgen fühlen sich die beiden Jungen.
Wunderbar unpädagogisch liegen die beiden Jungen am Ende des Tages auf dem Sofa und schauen fern. Und der letzte Satz lautet auch noch: „Und mein kleiner Bruder rülpste.“ Aber nach diesem Tag voller Angst, Aufregung und tollen Ideen sich selbst ein Zuhause zu schaffen, gönnt man es den beiden Kindern aus vollem Herzen.


Zielgruppe

Das Buch richtet sich vor allem an Kindergartenkinder, die aber wegen des Themas und des Diskussionsstoffes nicht zu klein, sein sollten. Auch wenn sich das ein oder andere schöne Details in den Bildern findet, so eignet sich das Buch wegen seines Textes und relativ einfachen Struktur der Bilder auch für Vorlesegruppen von bis zu 8 Kindern.

Gestaltungshinweise
Die Geschichte über die beiden Brüder bietet viel Gesprächsstoff, besonders zwei Themen bieten sich an im Rahmen der Vorleserunde besprochen zu werden: „Allein sein“ und „Umsorgen und umsorgt werden“. Um sich nicht zu sehr zu verzetteln, scheint es sinnvoll sich auf eines der beiden Themen zu beschränken. Einige Vorschläge für Fragen finden sich unter dem nächsten Punkt: Themenvorschlag zur Diskussion. Vor Beginn der Geschichte bietet  sich eine Frage an die Kinder an, die sich auf ihre eigene Erfahrung bezieht: Wie ist es allein zu sein? oder Wie ist es auf jemanden aufzupassen? 
Nach der Lesung lassen sich diese Fragen aufgreifen und vertiefen. Gemeinsam mit den Kindern kann man Verbindungen zwischen der Geschichte und ihren eigenen Erfahrungen herausfinden.

Themenvorschlag zur Diskussion
Allein sein:
Wie ist es allein zu sein? Langweilig? Oder kann man in Ruhe machen, was man möchte? Muss man alleine Angst haben? Ist es wichtig zu wissen, dass man nicht für immer alleine sein muss, sondern bald jemand, ob Mama oder Papa, wiederkommt? War schon jemand unfreiwillig allein, weil er/sie z.B. seine Eltern im Kaufhaus verloren hat?

Umsorgen und umsorgt werden:
Wie ist es sich um jemanden zu kümmern? Was muss man machen? Haben die Zuhörer selber kleinere Geschwister oder Haustiere, auf die sie Acht geben müssen? Und selbst? Wer kümmert sich wie um sie? Eltern, Freunde, Verwandte? Welche verschiedene Formen des „Umsorgen“ gibt es?
©Anke Laufer

 

Sven Nordquist: Aufruhr im Gemüsebeet

Zielgruppe: Kinder ab 3 Jahren

Umfang: 24 Seiten

erschienen: 1991, Oetinger Verlag, Hamburg

Genre: Bilderbuch

Themen: Garten, Landleben, Frühling, Tiere

Geeignet für eine längere Vorleserunde, reine Vorlesezeit ca. 20 Minuten.

 

Rezension

Zum Buch
Ein alter Mann mit Knollennase und Schlapphut und ein getigerter Kater in grüner Latzhose – das sind Pettersson und Findus. Jetzt im Frühjahr will Pettersson in seinem Garten Gemüse anpflanzen. Findus ist natürlich dabei und spezialisiert sich auf den Anbau von Fleischklößchen. Doch ohne Hindernisse wäre das Leben von Pettersson und Findus nur halb so aufregend. Hühner, Kühe und ein Schwein erweisen sich als ernsthafte Gegner des Gemüse- und Fleischklößchenanbaus. Am Ende der Geschichte sind die Beete zwar noch verwüstet, aber die Feinde sind besiegt und Pettersson kann neue Gartenpläne schmieden. Landleben, ein alter Mann mit einer Katze – diese Schlagwörter lassen auf eine ruhige vielleicht etwas betuliche Geschichte schließen. Doch wer Pettersson und Findus bereits aus anderen Büchern oder Filmen kennt, weiß, dass bei den beiden immer viel passiert. Das zeigt sich auch in den Bildern, die voller Dynamik stecken. Szenen und Bewegungsabläufe werden häufig in mehreren Bildern dargestellt, die ineinander übergehen. Ein weiteres Merkmal sind die vielen witzigen Details die sich in den Illustrationen finden, so dass sich auch nach mehrmaligem Anschauen Neues entdecken lässt.


Zielgruppe

Das Buch eignet sich vor allem für Kindergartenkinder. Da das Buch seinen Reiz vor allem durch die vielen Details entfaltet, sollte die Leserunde aus höchstens 3-4 Kinder bestehen.


Gestaltungshinweise

Findus will Fleischklößchen anbauen. In Anlehnung an diesen Wunsch lässt sich ein altes Spiel „Alle Vögel fliegen hoch“ neu variieren und als Einstieg in die Geschichte als „Alle Kartoffeln wachsen im Garten/draußen“ spielen. Die Geste des Hochfliegens müsste ersetzt werden. Die Kinder könnten z.B. einen Baum in die Luft zeichnen oder nach draußen zeigen.

 

Themenvorschlag zur Diskussion
Da Pettersson und Findus bekannte Figuren sind, kann eine Leserunde gut mit der
Frage eröffnet werden, wer denn die beiden sind. Im Anschluss der Lesung bietet es sich an, über die eigenen Erfahrungen der Kinder mit Gärten und der Anpflanzung von Gemüse zu sprechen. Und was würden die Kinder gerne anpflanzen? Kartoffeln wie Pettersson, Fleischklößchen wie Findus oder ganz andere Sachen wie Gummibärchen oder Blumen? Und was lässt sich von den genannten Dingen überhaupt anbauen? Die Geschichte der beiden bietet viel Gesprächsstoff, ernsthaften wie lustigen.

 

Mathew Price: Ein bärenstarkes Eisbärfest

Aus dem Englischen übersetzt von Marianne Vittinghoff

Zielgruppe: Kindergarten, Beginn der Grundschule

Umfang: ca. 25 S. (Vorlesezeit ungefähr 30 min)

erschienen: Boje Verlag Erlangen

Genre: Tiergeschichten, Bidlerbuch

Themen: Tiere: Eisbären, ein Fuchs, Pinguine; Kostümfest, nicht mit Fremden mitgehen zu dürfen

Geeignet für eine einzelne Vorleseaktion.

 

Rezension

Zum Buch                                                                                                                        Alle Eisbären bereiten ein Kostümfest vor und nähen sich Kostüme. Nur Hubert Eisbär
weiß noch nicht, was er anziehen kann. Dann bietet ihm Frech-Fuchs, der zuvor als
hinterlistig und unfreundlich beschrieben wurde, seine Hilfe an. Hubert geht mit ihm in
dessen Haus, wo der Fuchs ihm allerhand verspricht. Erst als Hubert schon ganz lange
gewartet hat, begreift er, dass Frech-Fuchs ihn hereingelegt und im Schlafzimmer
eingesperrt hat. Nur mit Bärenkraft gelingt es ihm, sich zu befreien. In letzter Minute
bastelt er sich ein Kostüm zurecht und kann zum Fest gehen.

 

Zielgruppe
Das Buch eignet sich als Vorlesebuch für jüngere Kinder. Die Geschichte ist einfach
strukturiert und mit fantasievollen Illustrationen gestaltet. Diese weisen sehr viele Details auf und sind deshalb eher für eine kleine Vorleserunde geeignet.

 

Gestaltungsmöglichkeiten
Die detaillierten Illustrationen haben sehr verschiedene Formate und sind teilweise wie
eine kleine Bildserie gestaltet. Das kann die Kinder dazu anregen, selbst zu sagen, was
auf den Bildern zu sehen ist und wie die Geschichte entsprechend weitergehen kann.
Weil es sich um ein Kostümfest handelt, kann die Geschichte gut in Vorbereitungen für
den Fasching oder Ähnliches eingebunden werden und man kann abschließend
zusammen Verkleidungen oder kleine Kostümteile (Hüte, Masken etc.) basteln.
Als wir das Buch im Holzmeiler im Wildpark vorgelesen haben, fand danach eine Malaktion zum Thema „Tiere im Kostüm“ statt. Die Kinder konnten vorbereitete Tierfiguren zeichnerisch „kostümieren“ oder selbständig verkleidete Tiere malen.

 

Themenvorschlag zur Diskussion
Hubert Eisbär geht, weil er kein passendes Kostüm findet, auf die Versprechen des
Fuchses ein und lässt sich sogar in dessen Haus locken. Er braucht sehr lange, bis er den Betrug bemerkt, und schließlich hat sich der Fuchs auch noch ein Kostüm von ihm
gestohlen. Die Kinder können an dieser Stelle dafür sensibilisiert werden, dass man auf
Versprechungen von Fremden nicht eingehen darf und erst recht nicht mit ihnen
mitgehen sollte.
© Sabine Mohr

 

Alma Post: Auf Wiedersehen, Papa

Zielgruppe: ab 5 Jahre

Umfang: 96 Seiten

erschienen: Patmos Verlag 2000, mit Bildern von Helen van Vliet

Genre: Familiengeschichten

Themen: Tod eines Elternteils

Am besten für das private Vorlesen geeignet; da der Text recht lang ist, kann er vermutlich nicht in einem Stück gelesen werden.

 

Rezension

Zum Buch
Simons Papa ist krank. Und er hat nicht nur eine Grippe oder Kopfschmerzen, sondern etwas viel Schlimmeres. So schlimm, dass er nur noch im Bett liegt und nicht mehr mit Simon und dessen kleinem Bruder Tom spielen kann. Der Doktor ist nicht sicher, ob er helfen kann, und Mama ist nervös. Und dann geht es Simons Papa so schlecht, dass er einschläft und aufhört zu atmen und stirbt.
Simon ist böse auf den Tod. Und er ist traurig, dass sein Papa ihn nicht mehr sehen und loben kann oder ihm schwierige Dinge erklärt. Zu dritt zu leben, nur mit Mama, ist auch schwer, im Herbst und zu Weihnachten und in den Osterferien. Man muss es erst lernen, ohne den Papa.
Das Buch ist recht umfangreich, beginnt im Endstadium der Krankheit des Vaters und beschreibt dessen Tod, Beerdigung und das folgende halbe Jahr. Auf jeder zweiten Seite ist eine halb- oder ganzseitige Schwarzweißzeichnung mit eher niedlichen Figuren, deren schlichte aber überzeigende Mimik Eindruck macht. Dass der Vater sterben könnte, wird von Anfang an unbeschönigt thematisiert, es wird allerdings nur indirekt erklärt, was Sterben bedeutet. Beiden Jungs (ca. 3 + 5 Jahre) scheint schon klar zu sein, was der Tod ist. Diese Erklärung müssten Vorleser bei Bedarf also selbst übernehmen.


Zielgruppe

Das Buch versucht Kindern zu erklären, wie es ist, wenn ein Elternteil stirbt, und eignet sich daher am besten für kleine Gruppen oder einzelne Kinder. Es erklärt in sehr einfachen Sätzen und in Alltagssprache, dass der Vater nicht sterben will, aber die Krankheit ihm keine Wahl lässt, und ist unter Anleitung auch für Jüngere schon verständlich. Simons Gefühlswelt, seinem Zorn, seinen Ängsten und seiner Trauer wird viel Raum geschenkt, was Kindern die Identifikation erleichtern wird.

 

Gestaltungshinweise
Gerade weil die einfache Sprache auf die Identifikation mit Simon abzielt, kann man nach Parallelen in der Erlebniswelt des Kindes fragen. Auch Kindern, denen das Buch vorgelesen wird, ohne dass sie ein Elternteil verloren haben, sollte mit viel Einfühlungsvermögen begegnet werden. Die schlichte Direktheit des Buches kann übrigens auch Erwachsenen sehr unter die Haut gehen.

 

Themenvorschlag zur Diskussion
Simons kleine Familie diskutiert oft darüber, ob der verstorbene Vater sie noch immer sehen und an ihrem Leben teilhaben kann. Es wird keine klare Antwort darauf gegeben und man kann Kinder anregen, sich ihre eigenen Gedanken darüber zu machen. An einem Punkt im Buch haben die beiden Brüder (unbegründete) große Angst, dass ihnen auch ihre Mutter plötzlich sterben könnte und müssen erst beruhigt werden. Man kann auch mit den zuhörenden Kindern über solche Ängste sprechen, falls sie sich andeuten.
© Ulrike Frenzel

 

Friederun Reichenstetter, Barbara Pötzsch: Drakin wird flügge – Eine Drachengeschichte

Zielgruppe: Kindergartenkinder

Umfang: 26 Seiten, auf jeder zweiten ein kurzer Text

erschienen: Boje Verlag (1994): Erlangen

Genre: Buntes Bilderbuch mit vielen, schönen Illustrationen über die volle Seite

Themen: Ein kleiner Drache verlässt seine Eltern („wird flügge“), um die Welt zu erkunden

Geeignet für eine einzelne Veranstaltung, da es sich ohne Pausen und Zwischenfragen in weniger als fünf Minuten vorlesen lässt.

 

Rezension

Zum Buch
In diesem Bilderbuch geht um den Drachenjungen Drakin, der mit seinen Eltern zurückgezogen in einer Höhle am Gipfel eines Berges wohnt. Ihr Leben verläuft sehr eintönig, sie haben das Fliegen aufgegeben und dösen am liebsten in der Sonne. Nach 50.000 Jahren wird Drakin dieses Leben zu langweilig und er fliegt los, um andere Planeten zu erkunden. Auf seiner Reise lernt er viel Neues kennen, aber andere Drachen findet er nicht. Doch eines Tages begegnet ihm Kindra, ein Drachenmädchen. Zusammen suchen sie sich einen Stern, der ihnen gefällt und auf dem gemeinsam sie leben. Sie bekommen eine Tochter, doch auch sie wird nach vielen Jahren flügge.

 

Zielgruppe
Geeignet ist das Buch für Kindergartenkinder, auch schon für die kleinen. Da es ein Bilderbuch ist, enthält es nur wenig Text, der sehr einfach geschrieben ist und viele
Illustrationen, die die ganze Seite einnehmen. Diese können den Kindern während des Lesens gut gezeigt werden. Deshalb kann das Buch auch mit Leseanfängern gelesen
werden.

 

Gestaltungshinweise
Um die Kinder auf das Buch einzustimmen, kann der Vorleser sich im Vorhinein mit ihnen über Drachen unterhalten, ob sie wissen, was das ist und wie diese Spezies gelebt hat, ob sie Drachenarten kennen, etc. Außerdem können zur Veranschaulichung Gummi- oder
Plüschdrachen mitgebracht werden. Während des Lesens kann über die Bilder geredet werden oder darüber, wie sich die Kinder den weiteren Verlauf der Geschichte vorstellen. Ist nach dem Vorlesen noch genug Zeit, besteht die Möglichkeit die Kinder zu animieren, ein Bild von Drakin und seinen Erlebnissen zu malen.

 

Themenvorschlag zur Diskussion
Da es in der Geschichte darum geht, dass der kleine Drache flügge wird, sollte geklärt werden, ob die Kinder überhaupt wissen, was das bedeutet. „Großwerden“ ist ein wichtiges Thema für Kinder. Sie können erzählen, ob sie auch schon manchmal flügge werden, und allein, ohne ihre Eltern etwas unternehmen (z.B. Kindergeburtstage).

 

Fred Rodrian, Werner Klemke: Hirsch Heinrich

Zielgruppe: Kinder ab 3 Jahren

Umfang: 32 Seiten

erschienen: Der Kinderbuch Verlag in der Verlagsgruppe Belz, Berlin, 2003

Genre: Bilderbuch, Weihnachtsgeschichte

Themen: Weihnachten, Tiere im Wald, Alleinsein.

Aufgrund des geringen Umfangs kann das Buch an einem Vorlesenachmittag gelesen werden.

 

Rezension

Zum Buch
Hirsch Heinrich kommt aus China. Nicht nur deswegen ist er ein besonderer Hirsch: Er ist ein Zehnender und isst sogar Gurken. Außerdem liebt er Kinder. Sie sind der Grund dafür, dass er sich in seinem Gehege im Tierpark so wohl fühlt. Doch am Weihnachtsabend besucht ihn keiner, nicht einmal Paul mit der roten Nase. Hirsch Heinrich springt kurzerhand über das Gatter hinweg und macht sich auf die Suche nach den Menschen. Während die sich zuhause mit Süßigkeiten und Filzpantoffeln beschenken, begegnet Hirsch Heinrich im Wald allerlei Tieren, Jägern, und schließlich auch einer Gruppe von Kindern. Trotzdem vermisst Heinrich sein Gehege, und Hunger hat er auch. Also kehrt er wieder in den Tierpark zurück. Dort wird er schon von allen erwartet: Dem Tierparkdirektor, dem Tierpfleger Erich und vielen Kindern und Erwachsenen. Gemeinsam singen sie ein Weichnachtslied.

Zielgruppe
Die meist großflächigen Illustrationen ermöglichen es auch schon jüngeren Kindern, der Geschichte zu folgen. Viele Detailzeichnungen machen das Buch aber auch für ältere Kinder zum Lesevergnügen.

Gestaltungshinweise
Möchte man diese liebevoll ausgearbeiteten Details den Kindern nicht vorenthalten, sondern sie stattdessen sogar besprechen und die Kinder die einzelnen Seiten beschreiben lassen, sollte das Vorlesen im Rahmen einer kleineren Gruppe von 5 bis maximal 10 Personen stattfinden. Einige der Illustrationen haben schon fast metaphorischen Charakter, auf den im Gespräch hingewiesen werden kann. So steht zum Beispiel die Zeichnung, auf der Heinrich ganz allein in seinem kreisförmigen Gehege vor einem dunklen Sternenhimmel zu sehen ist, für seine grenzenlose Einsamkeit.
Auf dem Titelbild ist Heinrichs Geweih mit Kerzen geschmückt. Dies könnte man zum Anlass nehmen, die Kinder ihren eigenen „Weihnachtshirsch“ malen und beschreiben zu lassen.

Themenvorschlag zur Diskussion

Heinrich läuft auf seiner Suche nach den Kindern durch den Winterwald. Welche Tiere leben im Wald? Und welche von ihnen halten Winterschlaf? Was fressen sie?
Welche Tiere leben im Zoo? Ein Tipp: Heinrich hat sich von einigen verabschiedet…
Hirsch Heinrich fühlt sich zu Weihnachten sehr einsam. Was ist der Grund dafür, dass ihn an diesem Abend keiner besucht? Was unternimmt Heinrich gegen seine Einsamkeit?
© Claudia Jahn

 

Annie M.G. Schmidt/Rolf Rettich (Illustrationen): Von Hexen, Riesen und so weiter

Zielgruppe: Kinder ab 6 Jahren

Umfang: 176 Seiten

erschienen: 2006, DIE ZEIT Kinder-Edition

Genre: Märchen

Themen: Verwandlungen, Gerechtigkeit, Güte, Menschlichkeit, Freundschaft, Tyrannei

Geeignet für Vorleserunden jeder Länge.

Dieses Buch befindet sich im Bestand der Leselustbibliothek!

 

Rezension

Zum Buch                                                                                                                       Wie es sich für Märchen gehört, finden sich auch in den Geschichten der bekannten niederländischen Kinderbuchautorin Annie M.G. Smith (Die geheimnisvolle Minusch) Könige und Königinnen, Prinzen und Prinzessinnen, Ungeheuer und Hexen. Aber wer kennt Märchen, in denen ein kleines Mädchen ein Ungeheuer besiegt und dann mit dem Prinzen vermählt wird (Das Untier mit dem Nachnamen) oder ein tyrannische Königreich beschrieben wird, in denen die Untertanen bespitzelt werden (Der Marschall, der sein Ohr zum Horchen abnehmen konnte)? In „Von Hexen, Riesen und so weiter“ werden bekannte Märchenmotive und Handlungen modernisiert, indem sie mit Anschauungen und Alltagssituationen aus der Gegenwart verbunden werden. Heraus kommen ganz
unterschiedliche Geschichten, die witzig und absurd, aber auch unheimlich oder traurig sein können. Ihnen ist gemeinsam, dass sie alle, ganz ohne pädagogischen Zeigefinger, zum Nach- und Weiterdenken einladen. Besonders wohltuend ist die Brechung des Gut-und-Böse-Schemas der klassischen Märchen. So wird König Eberhard auf Grund seiner Empfindsamkeit handlungsunfähig (Eberhard der Empfindsame), die Prinzessin ohne schlechte Gedanken entpuppt sich nicht nur als gut, sondern auch als ebenso einfältig (Böse Gedanken) und einer Welt ohne Miesepeter fehlt mit der Zeit auch etwas, nämlich die Miesepeter (Die Miesepeter). Unkompliziert sind die Welten nicht, die Annie M.G. Smith erschafft, dafür sind die Handlungsentwicklungen selbst für Märchenkenner nicht voraussehbar und voller Überraschungen.

 

Zielgruppe
Die Geschichten sind nur sparsam illustriert, so dass der Vorleser nicht vor dem Problem steht, die Kinder sowohl am Text als auch an den Bildern teilnehmen zu lassen. So können die Geschichten auch gut vor größeren Gruppen im Grundschulalter gelesen werden.

 

Gestaltungshinweise/ Themenvorschläge zur Diskussion
Der Vorteil dieser Sammlung liegt zweifelsohne darin, dass gleich mehrere Geschichten unterschiedlicher Länge zur Auswahl stehen und die Lesung ohne weiteres verlängert werden kann. Bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, dass einige Geschichten besonders gut zueinander passen. Hier eine Möglichkeit die 15 Geschichten in sieben thematisch unterschiedlichen Vorleserunden unterzubringen:


Von Kindern und Eltern: Schnippelchen (11 S.), Das Laken mit der Krone (11 S.)Zuviel des Guten?: Eberhard der Empfindsame (10 S.), Böse Gedanken (7 S.), Die
Miesepeter (11 S.)
Gute Regenten, schlechte Regenten: Die seltsame Jungfer Bock (19 S.), Der
Marschall, der sein Ohr zum Horchen abnehmen konnte (7 S.)
Wie besiegt man ein Ungeheuer?: Der Riese und der Drache (11 S.), Das Untier mit
dem Nachnamen (7 S.)
Zwischen zwei Welten: Die tiefgekühlten Damen (13 S.), Das Summervolk ( 7 S.)
Vom Verlieren und Wiederfinden: Die himmlische Trompete (17 S.), Das Mädchen,
das seinen Namen verloren hatte (7 S.)
Entwicklungsgeschichten: Die Streichholzschachtel (14 S.), Der Froschkönig (12 S.)


Das Spannende an der Kombination zweier Geschichten ist die Möglichkeit zu
vergleichen. Was unterscheidet die Situation in „Die seltsame Jungfer Bock“ von
der in „Der Marschall...“? In beiden Geschichten wird von politischen Missständen
berichtet. Während in der ersten Geschichte der Bürgermeister durch seine
zwischenzeitliche Verwandlung in eine Maus zur Vernunft gebracht werden kann,
müssen in der zweiten der König und sein Marschall von der Prinzessin und deren
Freund abgelöst werden, um eine Verbesserung für die Menschen herbeizuführen.
Hier ließe sich mit den Kindern diskutieren, ob die Lösung der jeweils anderen
Geschichte auch denkbar wäre. Bei „Zwischen den Welten“ kann man gemeinsam
mit den Kindern Reize und Gefahren der anderen Welten, die der Summer und die
des Eises, erörtern. Was sind die Unterschiede? Welche Welt gefällt ihnen am
besten? Auch die anderen Themen bieten viele Möglichkeiten zum Gespräch und
zum Vergleich.
© Anke Laufer

 

 

Renate Schoof, Stefanie Linde: Die kleine Hexe Hagetisse

Zielgruppe: ab 4 Jahren

Umfang: 14 komplett bebilderte Doppelseiten

erschienen: Ravensburger Verlag 2003

Genre: Bilderbuch

Themen: Hexen/Zauberei, Muss die Sonne immer aufgehen?

Geeignet für Einzelveranstaltungen, Vorlesezeit ca. 15 Minuten

 

Rezension

Zum Buch
Wenn abends die Sonne untergeht, erwacht die kleine Hexe Hagetisse. Dann erobert sie mit ihrem Freund, dem Frischling Dicki, die Waldnacht. Und es gibt so viele wunderbare Dinge, die man nur nachts machen kann. Wäre es da nicht schön, wenn es gar nicht mehr Tag werden würde? Zum Glück kennt die kleine Hexe den Zauberspruch, mit dem man den Sonnenaufgang wegzaubern kann. Aber eine ewige Nacht ist gar nicht so toll, wie Hexe und Frischling sich das vorgestellt haben. Der Sonnenaufgang soll wieder herbeigezaubert werden. Aber bis das geschafft ist, müssen erst einige Abenteuer überstanden werden. Optisch ist das Buch sehr detailverliebt gestaltet und lädt zum ausführlichen Anschauen ein. Die großen Bilder platzieren Hexlein Hagetisse und Frischling Dicki in immer wieder neuen (sehr lebensnah gemalten) Waldszenerien mit quirligen Waldtieren.

 

Zielgruppe
Mit dem kurzen, einfach strukturierten Text und den dominanten Bildern ist das Buch vor allem für kleine Kinder etwa im Vorschulalter geeignet. Die großen Bilder können vor einer größeren Runde gezeigt werden.

 

Gestaltungshinweise
Die wuseligen Bilder lassen sich gut für kurze Suchspiele verwenden („Wo ist der blaue Käfer?“ etc.) Man kann Erzählungen über die anderen Tiere einflechten, die das Geschehen auf jeder Seite beobachten. Mit der Stimme und schlichten Instrumenten lassen sich nächtliche Geräusche (Grillenzirpen, Eulenrufe, Blätterrauschen, Sternenfunkeln) nachahmen. Und wer die Möglichkeit dazu hat, kann das Buch mit einem Waldspaziergang verbinden, denn tatsächlich lassen sich die gezeichneten Pflanzen, Pilze oder Baumrindenmuster genauso in der Realität vorfinden. – Und wer nicht die Kinder in den Wald mitnehmen kann, kann vielleicht den Wald zu den Kindern bringen.

 

Themenvorschlag zur Diskussion
Hagetisse und Dicki hätten gerne eine ewige Nacht. Geht das denn? Und wäre es schön? Was würden die Kinder vermissen? Was kann man nur nachts machen und
was nur am Tag? Anhand der Beispiele im Buch kann man gemeinsam überlegen, welche Tiere die Nacht brauchen und welche den Tag? Vielleicht lassen sich noch andere Dinge finden, die die Kinder gerne einmal wegzaubern würden (entsprechend können Zaubersprüche erfunden werden).
©Ulrike Frenzel

 

Peter Schössow: Gehört das so? Die Geschichte von Elvis

Zielgruppe: Kinder ab 4 Jahre

Umfang: 40 Seiten

erschienen: 2005, Carl Hanser Verlag, München, Wien

Genre: Bilderbuch

Themen: Tod, Abschied, Trost, Beerdigungsrituale

Geeignet für eine kurze Vorleserunde mit ausführlichem Gespräch.

 

Rezension

Zum Buch
Mit schlechter Laune und roter Handtasche zieht ein kleines Mädchen durch den Park und zieht mit den Worten „Gehört das so??!“ die Aufmerksamkeit der Parkbesucher auf sich.
Eine Gruppe von Freunden, folgt ihr so lange, bis sich eine von ihnen, eine lange dünne Frau, endlich zu fragen traut, was denn los sei.  „Elvis ist tot!“ lautet die Antwort, die erstmal gründlich missverstanden wird. Denn gemeint ist nicht der „King“, sondern der Kanarienvogel des Mädchens, den es mit sich in der Handtasche herumschleppt. Die Freunde sind betroffen, bis einer von ihnen eine „Erdbestattung“ vorschlägt. Nun beginnt eine richtig klassische Beerdigung mit Kranz, Weihrauch, Leichenschmaus mit Bienenstich und den Erinnerungen des Mädchens an Elvis. Doch bleiben sie, die jetzt zu siebt sind, nicht in Trauer verharren, sondern müssen lachen, als sie sich vorstellen, wie die beiden Elvise sich im Himmel treffen. So endet die Trauerfeier auch mit den Worten: „Schön war´s.“
Immer noch traurig, aber sichtbar erleichtert, die schwere Handtasche mit dem toten Freund liegt jetzt unter der Erde, verabschiedet das Mädchen sich von den neu gewonnenen Freunden.
Der Tod und das Abschiednehmen von einem lieb gewonnenen Menschen sind keine einfachen Themen und dennoch ist „Gehört das so??!“ kein trauriges, sondern ein fast heiteres skurriles Buch. Dazu tragen vor allem die schrägen Hauptfiguren bei; ein kleines grünes Männchen mit Flügeln, eine lange blonde Frau mit Brille, ein kleiner Mann mit Koffer, ein dicker Mann in Tracht, ein Dackel und ein Teddybär. Auch die comicartigen Bilder in freundlichen Farben (grün und blau dominieren) und die dazu passende verknappte Sprache schützen vor zuviel Traurigkeit.

 

Zielgruppe
Das Buch ist mit seinen großflächigen Bildern auch für eine etwas größere Gruppe von Kindern geeignet. Da das Buch sehr wenig Text hat, ist es vor allem als Ausgangspunkt für ein längeres Gespräch über das Sterben und Abschiednehmen geeignet.
 
Gestaltungshinweise
Beginnen sollte man dieses Buch bereits auf der Titelseite, die das kleine Mädchen mit der roten Handtasche zeigt. An dieser Stelle kann man die Kinder fragen, wie sich das Mädchen fühlt (traurig, wütend, sauer, trotzig?) und was in seiner Handtasche sein könnte. Bei diesen Mutmaßungen hilft vielleicht bereits die Innentitelseite, auf der ein leerer Vogelkäfig zu sehen ist. Nahe liegend wäre es, wenn die Kinder vermuteten, dass dem Mädchen der Vogel entflogen wäre. Doch wozu braucht es dann die Tasche?
Die Gruppe, die dem Mädchen folgt, wird immer von einem anderen angeführt, der dann mit dem Mädchen zusammen auf einem Bild zu sehen ist. Hier kann man sich die jeweilige Figur zeigen lassen. Vom Dackel, „der mit der feinsten Nase“, ist zum Beispiel nur die Schnauze zu sehen.

 

Themenvorschläge für Diskussion
 Zu diesem Text lassen sich viele Fragen rund um das Themen Sterben, Beerdigung und Verlust  besprechen. Können die Kinder an eigene Erfahrungen anknüpfen ? Haben sie schon  den Tod eines Haustieres miterlebt? Oder waren sie schon auf einer Beerdigung? Wenn ja, finden sie Parallelen zur Bestattung von Elvis? Geht es dem Mädchen zum Schluss des Buches besser? Wenn ja, warum? Kann man sowohl traurig sein und lachen?
Welche weiteren Abschiedssituationen kennen die Kinder noch? Es muss ja nicht immer gleich der Tod sein… Was ist mit der Oma, die nach einem Besuch wieder nach Hause fährt?
Wie fühlt man sich in so einer Situation? Was macht man, damit es einem besser geht? Und welchen Unterschied gibt es zum Abschied von Elvis?
Weiterhin bietet es sich an,  zu überlegen, wer denn der Erzähler ist. Er muss zur Gruppe gehören, da er wiederholt „wir“ sagt und kann doch nicht der Mann mit dem Koffer, der Dackel, der grüne Mann mit den Flügeln oder die lange Frau sein, da über diese gesprochen wird. Übrig bleiben der Mann in der Tracht und der Teddybär. Der näher liegende Erzähler ist der Mann in der Tracht, da es keine weiteren sprechenden Tiere in der Geschichte gibt.
 
Wo finde ich das Buch in der Stadtbibliothek am Wilhelm Leuschner Platz?
I J O Scho/preisgekrönt
©Anke Laufer

 

Kay Thompson, Hilary Knight: Weihnachten mit Eloise

Zielgruppe: Ab 6 Jahren

Umfang: 50 Seiten

erschienen: 2000, Berlin Verlag, Berlin (zum ersten Mal 1958 in den USA erschienen)

Genre: Bilderbuch, Weihnachten

Themen: Weihanchten im Hotel

Längere Vorleserunde, kann auch in Auszügen gelesen werden.

 

Rezension

Zum Buch
„Weihnachten mit Eloise“ gehört zu einer Reihe von Büchern über die sechsjährige Eloise, die zusammen mit ihrem Kindermädchen „Nanny“ im New Yorker Hotel Plaza lebt und dort das Leben der Angestellten und Gäste gehörig auf den Kopf  stellt. Bereits in den 50er Jahren entstanden die Bücher um diesen verwöhnten Wirbelwind. Erst in den letzten Jahren erschienen sie auch auf Deutsch.
Eloise erlebt alles, was man in der Weihnachtszeit in einem Hotel erleben kann; sie tummelt sich unter den Gästen, schmückt das Hotel weihnachtlich, bäckt, behängt den Weihnachtsbaum mit Sternen und Engeln, packt Geschenke, wartet auf die Bescherung, singt jedem Gast und Angestellten Weihnachtslieder vor, telefoniert mit ihrer Mutter in Europa, träumt vom Weihnachtsmann und bekommt natürlich viele Geschenke!
An der Fülle der erwähnten Ereignisse wird bereits deutlich, dass es keine sich entwickelnde Handlung  gibt, sondern das Buch einer Aufzählung der typischen Weihnachtsunternehmungen gleicht. Reizvoll wird es vor allem durch die charmanten Fünfziger-Jahre-Illustrationen in Schwarzweiß und Weihnachtsrot von Hilary Knight. Häufig sind auf einer Doppelseite mehrere Bilder, so dass man einen ganzen Szenenablauf verfolgen kann.

Zielgruppe
Die Bücher rund um Eloise werden für Kinder ab 6 Jahren empfohlen. Trotz Reim und Rhythmus, die jedoch immer erst im zweiten Teil der Strophen zu spüren sind, bleibt der Text sperrig, so dass jüngere Kindern die Lust am Zuhören verlieren könnten. 

Gestaltungshinweise
Da das Buch sehr detailliert gestaltet ist, es auf jeder Seite viel zu entdecken gibt, ist es sinnvoll, wenn das Publikum nur aus ein bis drei Kindern besteht. Die Vorlesezeit des reinen Textes beträgt ca. 10 – 15 Minuten, da aber die Bilder viel Aufmerksamkeit  verlangen, kann man sich sicherlich über eine Stunde mit diesem Buch beschäftigen. Um die Vorlesezeit zu verkürzen, können einige Szenen durchaus ausgespart werden,  z.B.: S. 10f., 18f., 24fff., S.36fff. Immer wieder werden in diesem Buch Weihnachtslieder gesungen, so dass sich ein guter Anlass für den Vorleser bietet, zusammen mit seinen Zuhörern in Stille Nacht, heilige Nacht oder Kling Glöckchen einzustimmen. Eine solche Pause tut aufgrund des großen Seitenumfangs auch Not, damit die Kinder noch genügend Konzentration für den Rest des Textes haben.

Themenvorschlag zur Diskussion
Wer eine Reihe „Weihnachten in aller Welt“ plant, hat mit diesem Buch ein Beispiel für amerikanische Weihnachten gefunden. Da viele Bräuche nur genannt, aber nicht erklärt werden, lassen sich hier einige Gesprächsthemen finden. Was hat es mit dem Mistelzweig auf sich? Warum bekommt Eloise die Geschenke morgens? An welches deutsche Fest erinnert das amerikanische Weihnachten? Ja, an den Nikolaustag. Und welche Parallelen gibt es genau? Wer auf die genauen historischen Entwicklungen eingehen will, sollte vorher noch mal genauer recherchieren.
Überlegenswert wäre auch, welche Gemeinsamkeiten es zwischen deutschen und amerikanischen Weihnachten gibt. Beispiele wären hier der Weihnachtsbaum oder Geschenke. Schwieriger wird es bei den Weihnachtsliedern, da man nur vermuten kann, welche Lieder auch im Original auftauchen und welche vom Übersetzer durch bekannte deutsche Titel ersetzt wurden.
Anzumerken wäre noch, dass Begriffe wie der Santa Lucia Tanz oder die Nanny wahrscheinlich die eine oder andere Erklärung erfordern.
© Anke Laufer

 

Jutta Treiber/ Maria Blazejovsky: Die Blumen der Engel

Zielgruppe: Kinder ab 6 Jahren

Umfang: 18 Seiten

erschienen: Verlag Annette Betz, Wien, München 2001

Genre: Bilderbuch, um Trauer zu verarbeiten

Themen: Trauer um den Tod eines Geschwisterkindes; Lernen, mit dem Tod umzugehen; neue Hoffnung finden; Familie

 

Rezension


Zum Buch
Gestern haben die siebenjährige Sonja und ihre ein Jahr jüngere Schwester noch zusammen gespielt, doch dann bekam ihr Vater einen Anruf, der ihn zuerst sprachlos machte und dann alles veränderte: Mara und ihre Muter fuhren gerade mit dem Auto, als ein anderer Autofahrer ein Stoppschild übersehen hat. Der Mutter ist nicht viel passiert, aber Mara war sofort tot. Sonja findet auf dem gemeinsamen Stockbett Maras Lieblingspuppe, die jetzt ihren Namen tragen soll. Zusammen mit ihren Eltern geht sie in die Leichenhalle, wo Mara aufgebahrt liegt. Gemeinsam sucht die Familie die Blumen für das Begräbnis aus, weiße Lilien sind die Blumen der Engel, sagt Oma. Sie entscheiden sich allerdings für Sonnenblumen „Für Mara, unseren Sonnenschein“.
Auf die Beerdigung sind alle gekommen, die ganze Klasse, die ganze Familie, alle weinen. Sonja erinnert sich an Mara, wie lustig sie war und was sie jetzt alles nicht mehr erleben kann. Sonja erstarrt innerlich: sie denkt, dass sie für immer in einem Glaskasten eingesperrt ist, in dem sie weder reden, noch lachen, noch weinen kann. Da schenkt ihr eine unbekannte alte Frau ein Holzkästchen, das sich nicht öffnen lässt.
Zuhause hat sich eine kleine Trauergemeinde eingefunden, es wird über Maras Streiche gelacht und dann wieder bitterlich geweint. Um Sonja kümmert sich niemand. Sie geht in ihr Kinderzimmer und kann das Kästchen jetzt öffnen. Darin ist ein kleiner Engel mit einem wunderschönen Gesicht, „Schau, der Engel sieht aus wie Mara“ sagt Sonja und plötzlich kann sie wieder sprechen und weinen. Sie findet wieder den Weg zu ihren Eltern: sie darf in dieser Nacht bei ihnen  im Bett schlafen. Alle nehmen sich bei der Hand.

 

Zielgruppe
Das Buch ist für etwas ältere Kinder sechs Jahren, die schon in die Schule gehen. Die Worte sind einfach gewählt, die Sätze sind kurz und erzählen trotzdem ausführlich von Sonjas Gefühlswelt. Natürlich ist dieses Buch auch gut für Erwachsene geeignet.
 
Gestaltungshinweise
Die Vorlesungszeit beträgt etwa zwanzig Minuten. Besonders wichtig sind die Illustrationen, sie sprechen durch ihre gedeckten Farben, ihr Symbolik und ihre Klarheit. Darum und ob des schwierigen Themas es ist also ratsam, wenn die Gruppe sehr klein ist und die Kinder in das Buch hineingucken können.
 
Themenvorschlag zur Diskussion
Haben die Kinder Geschwister? Was eint sie? Was trennt sie? Haben die Kinder schon Erfahrungen mit dem Tod gemacht? Was geht in den Kindern nach der Geschichte vor? Haben sie Angst vor dem Tod?                                                                           
© Marie Kaufmann

 

Antje von Stemm: Ungeheuer Gute Nacht!

Zielgruppe: Kinder von 4 – 6 Jahren

Umfang: 10 Seiten

erschienen: cbj Verlag, München 2009.

Genre: Pop-up Buch

Themen: "Angst vor Monstern", Monster, Gutenachtgeschichten, Einschlafen

Geeignet für eine kleinere Runde, da der Fokus auf der detailverliebten Gestaltung liegen sollte.

Dieses Buch befidnet sich im Bestand der Leselustbibliothek!

 

Rezension

Zum Buch                                                                                                                         Da es sich um ein Pop – up – Buch handelt ist die Geschichte eher zweitrangig und die Gestaltung steht im Vordergrund. Zwei Geschwister können des Nachts nicht einschlafen, weil sie die Angst vor Monstern plagt. Um sie zu beruhigen liest ihnen die Mutter aus dem Buch „Ungeheuer Gute Nacht“ vor. Dabei finden sie heraus, dass die Bestien des Nachts lieber feiern, Dinnerparties besuchen und den Friedhof unsicher machen als sich mit kleinen Kindern zu beschäftigen. Durch die Macht der Geschichte sind schließlich alle in der Lage gut und beruhigt einzuschlafen.

 

Gestaltungshinweise
Das Hauptaugenmerk der Kinder wird sicher auf den verrückt gestalteten Monstern und ihren Aktivitäten liegen. Deshalb wäre es möglich vorbereiten Pappkarton mitzubringen, so dass die Kleinen ihren eigenen Monster zum Aufstellen basteln können. Man könnte natürlich auch einfach weitere Dinge erfinden lassen, die die Ungeheuer Nachts tun. Die Kinder könnten diese dann aufmalen und den anderen erklären.

Themenvorschlag zur Diskussion
Man könnte mit den Kindern darüber sprechen, ob sie selbst schon einmal Angst vor Monstern hatten und deshalb nicht einschlafen konnten oder ob sie überhaupt an deren Existenz glauben. Da das Vorlesen in dem Buch selbst eine wichtige Rolle spielt, wäre es sicher auch interessant mit den Kleinen zu besprechen, welche Geschichten sie am besten einschlafen lassen oder ob ihre Eltern ihnen überhaupt vorlesen. Das könnte auch zu einem Gespräch über Abendrituale im Allgemeinen ausgeweitet werden.
© Andrea Radziewsky